Nachdem ich aus Deutschland wieder in NJ angekommen war, hieß es ein letztes Mal arbeiten und dann musste ich zu Olivias Vater, Gale, (30min zu Fuß von meinem alten Haus entfernt) umziehen. Ach du Schreck… immer noch so viel Krempel? Und dabei habe ich doch schon so viel mit nach Deutschland geschafft..
Die Kinder flogen in den Urlaub und sollten danach ihre neue Nanny, eine 60-jährige Afro-Amerikanerin aus Texas, bekommen, damit sie noch genug Zeit zum eingewöhnen hätten bis Olivia im August mit arbeiten anfängt. Ich wurde also nicht mehr gebraucht und verbrachte meine Zeit in Gales riesigem Haus, in dem ich übrigens fast die ganzen 2 Wochen alleine war, da er meistens bei seiner Freundin in der Stadt, sprich in NYC, war, mit Scrapbooken (so eine Art Fotoalbum zusammenstellen).
Ein paar Mal kamen meine Au Pair Freundinnen zum DVD Schauen oder Billardspielen vorbei, ansonsten war ich alleine, was mir nicht sonderlich gut gefiel – ich bin einfach nicht gern alleine.
Eigentlich war geplant, dass ich alleine nach Chicago fahre, mir “The Windy City” ein paar Tage anschaue und dann weiter nach Niagara Falls (so heißt die Stadt an den Niagara Fällen, die sich im Staat New York befindet und an Canada angrenzt) reise.
Doch mir ging es nicht so gut und so beschloss ich, meine Reise auf die Niagara Falls zu verkürzen. Isa und Steffi wollten sich diese riesigen Wasserfälle auch schon lange anschauen und so buchten sie eine Busreise in Chinatown…
Das Problem an der ganzen Sache war allerdings, dass ich mir kurzfristig überlegt hatte, nicht nach Chicago zu fahren, Isa und Steffi allerdings schon ihre Reise gebucht hatten, bei der, hätte man es angeben die 3. Person kostenlos mitfahren darf; gibt man prophylaktisch jemanden an und derjenige ist dann nicht im Bus, muss man über 100$ Strafe zahlen…
Wir dachten uns also, vielleicht kann ich doch noch als 3. Person mitfahren und schrieb der Firma eine mail, auf die man mir nicht antwortete. Was tun? Ich fuhr trotzdem mit nach Chinatown um es zu versuchen, schließlich hatte ich ja Zeit ohne Ende =)
Da die Reise Freitag Früh 8 Uhr in Chinatown, NYC starten sollte, hieß das für uns seeeeehr zeitig aufstehen. Um noch von der Pennstation aus in den chinesischen Teil New Yorks zu gelangen, mussten wir schon den Zug um 5:00 nehmen. Ich schrieb Olivia am Tag zuvor eine Nachricht, da ich sie telefonisch nicht erreichen konnte. Sie hatte mir zwar gesagt, dass ich das Rad ihres Vaters jederzeit nehmen kann, doch wollte ich höflich sein und ihr mitteilen, dass ich mit dem Rad zu ihrem Haus fahre und es dort über das Wochenende stehen lasse. “Du kannst das Rad leider nicht nehmen", kam zurück. Toll… so wanderte ich also bei herrlichen Vogelgezwitscher um 3:45 los Richtung Bahnhof.
Das zeitige Aufstehen hatte sich gelohnt, denn nach einigem Warten im schönen Büro der Reisegesellschaft mit Sitz auf der Canal St sagte man mir, dass ich doch noch mitkommen dürfte… puh.. Glück gehabt =)
Nun ging die Reise los. Isa, Steffi und ich saßen ganz hinten im Bus, ganz Vorne saßen größtenteils Chinesen, für die alles ins Chinesische übersetzt wurde und in der Mitte saßen andere Nationen. (Dafür kam ich für knapp 130$ von New York nach Philadelphia nach Washington D.C. nach Niagara Falls und wieder nach New York und hatte Hotelübernachtungen inklusive… da kann man chinesisches Karaoke schon mal über sich ergehen lassen^^).
In Philadelphia machten wir nur einen ganz kurzen Stopp, um die Independence Hall und die danebenstehende Liberty Bell (übrigens genau wie die Freiheitsstatue eine Geschenk der Franzosen) zu besichtigen.
Da man unseren chinesischen tour guide nur sehr schlecht verstand, fragte ich einen der Rancher, was die Independence Hall sei und erfuhr, dass sich in diesem Gebäude wohl mal die Regierungsgeschäfte der USA abspielten, bevor Herr Washington dem eine Ende machte und alles nach Washington D.C. verlegte, da dies für ihn wesentlich näher war.
Natürlich wurden wir mal wieder gefragt, wo wir herkämen. Als ich erklärte, ich komme aus Sachsen meinte der schwarze Rancher: Ach toll, da war ich erst letzte Woche – zum Dixieland Festival. NO WAY! Ich war ja auch erst in Deutschland gewesen, als in Dresden Dixieland Festival war. Er fragte mich noch, ob ich auch auf dem Flughafen wie Obama gelandet bin – ja sogar an dem Tag bevor in Dresden Chaos ausbrach und wir lachten, dass es solche Zufälle gibt.
Dann ging es mit unserer chinesischen Reisetruppe weiter nach D.C.
In Washington war ich zwar schon gewesen, aber mir hatte es ja dort sehr gut gefallen und nur wegen mir, konnten wir den Busfahrer schlecht umstimmen, direkt zu den Niagara Fällen zu fahren. Außerdem hatte ich als “blinder” Passagier ja nicht wirklich was zu melden.
Also auf in die Stadt der Memorials.
Ich fasse mich kurz, denn wiegesagt, ich habe das ja schon alles gesehen:
Nur die zwei Museen – darunter das National Air and Space Museum, in dem “Nachts im Museum II” gedreht wurde – hatte ich noch nicht gesehen.
Isa und Steffi in Washington D.C.
Natürlich durfte ein Besuch des Lincoln Memorials nicht fehlen. (Im Hintergrund das Washington Memorial.
Ach übrigens… erwähnte ich, dass es 40°C waren?
L A U F F O R E S T ! L A U F ! !
Wir übernachteten im Staat Delaware und fuhren am nächsten Tag (Samstag) gen Norden zu den Niagara Fällen. Einen Stopp legten wir in der Hershey´s Schokoladenfabrik ein… Die Amerikanische Süßigkeitenmarke, auf die die ganze USA sehr stolz ist. Deutsche finden den Geschmack der gepriesenen Leckerei eher gruselig.
Gegen Abend kamen wir dann an den Niagara Fällen auf US Amerikanischer Seite an. Die ersten Bilder wurden gemacht und dann fielen wir müde ins Bett. Interessant ist es die Wasserfälle bei Nacht zu sehen, da sie mit verschiedenfarbigen Licht angeleuchtet wird.
Leider war es auch am nächsten Tag sehr bewölkt, sodass wir kein Glück mit dem berühmten Regenbogen hatten. Wir fuhren mit der Maid Of The Mist ganz dicht an die beiden Niagara Fälle ran, wobei wir trotz dieser wunderschönen Regencapes ordentlich nass wurden.
Auf Grund des “Mist” (Gicht) war es nahezu unmöglich Bilder zu machen ohne die Kamera zu ruinieren. Hier mein Versuch =)
Am Mittag mussten wir schon wieder die Heimreise antreten, um noch am Abend in New York anzukommen.
liebe Grüße
Jule
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