Gerad eben meinte ich zu Olivia, dass ich endlich mal meinen blog über Weihnachten, Atlantic City und Silvester schreiben müsste und sie meinte: "Was?! Seit dem hast du nicht mehr geschrieben? Na dann aber los."
Und sie hat ja recht. Also los.
Am 24. wachte ich auf und dachte, wow, haben die nicht immer alle gesagt, bis Weihnachgen und dann geht alles ganz schnell?! Nun ist es also so weit.
Am Morgen machten sich Anthony und die kids auf nach Pennsylvania zu ihren Großeltern, denn Abends wollten sie ja schon wieder da sein, um am nächsten Tag Geschenke fit zu sein^^
Olivias Schwestern mit ihren Familien und ich gingen Nachmittags in die Presbyterian Church hier in Summit.
Wer sich jetzt fragt, was denn das nun wieder für eine Amerikanische Erfindung ist (Nein, es ist nicht die Kirche des heiligen Santa Claus!), dem sei gesagt, dass die presbyterianische Kirche so etwas ähnliches wie die Anglikanische Kirche, aber eher nach Schottland zu ordnen ist. Wie sie es bis hier nach Summit geschafft hast, kann ich euch aber leider auch nicht sagen.
Ich fühlte mich sehr wohl, denn der Gottesdienst unterschied sich nicht wesentlich von dem in Deutschland in der evangelischen Kirche (bis auf die Tatsache, dass ich nur eine von meinen in Deutschland alljährlichen 3 Christvespern besuchte und eben nur besuchte und nicht aktiv sein konnte; dafür habe ich um so lauter gesungen^^). Angefangen bei den Liedern, die ich alle kannte, über das Abendmahl, an dem ich teilnehmen durfte (anscheinend ist es bei kirchlichen Wein nicht schlimm, dass ich noch keine 21 bin?!), bis hin zu dem Krippenspiel, wovon man die Textpassagen kaum, dafür das Husten und lachen der Schauspieler um so besser verstehen konnte. Jesus wurde übrigens von einem echten Baby gespielt, was erstaunlicherweise ruhig war.
Selbst Nick, Olivias Schwager, war mit in der Kirche und Olivia lachte, dass bedeutet "god really shows up" denn er ist so ziemlich der einzige in der Metzger family, der nicht an Gott glaubt und wurde deshalb auch bei einer der ersten Begegnungen mit seiner gläubigen Schwiegermutter (die nun schon tot ist) Gott vorgestellt. Mir wurde gesagt, sie hätte wohl gesagt: "God, this is Nick!" Muss ein lustige Frau gewesen sein. Apropos lustig, sie hatte polnische Vorfahren, aber davon später mehr.
Nach der Kirche trennten sich unsere Wege. Olivia und ich fuhren zusammen mit den Armstrongs zu ihnen nach Hause und die Fagans fuhren zu sich. Nicks Eltern und seine beiden Schwestern (eine davon war die Braut der Hochzeit, auf der ich im Sommer war, falls ihr euch erinnert) plus Ehemann der einen waren zu Besuch in Summit und so waren wir eine nette Gruppe von 9 Erwachsenen und 2 Kindern. Es wurde zusammen gekocht und gelacht. Außerdem wurde die (wie Nicks Mutter, Beth, immer fälschlicherweise sagte) "Armstrong drinking competiton" ausgetragen... der richtige Name lautet übrigens: "drink MAKING competiton" =) Und so durfte wir (ja auch ich!) einen coconut eggnog von Emily und Corey (dem ehemaligen Brautpaar) geniesen.
Eggnog ist etwas typisch Amerikanisches bzw. Brittisches und vergleichbar mit unserem Eierpunsch - die Eier waren aber irgendwie gekocht wurden, um die Salmonellen Gefahr zu bannen. Auf jeden Fall war es sehr lecker.
Das ganze wurde mit "Feliz Navidad" Musik (und Mitsingen im Refrain) präsentiert und dadurch von der Jury sehr gut benotet^^
Das Essen war sehr lecker, auch wenn ich kein Fleisch essen konnte (es gab medium durchgebratenes Rinderfleisch) - dazu gab es einen Salat, (selbstgemachten! nichts alltägliches hier!) Kartoffelbrei und Squash.
Squash ist eine Kürbissorte und mir wurde bei der Zubereitung, als ich wohl etwas verdutz guckte, besonders als man dann noch marshmallows oben draut tat, gesagt, ich solle mir keine Gedanken machen, wenn es mir nicht schmeckt, es würde niemanden in der Armstrong Familie schmecken, aber es wäre eine alte Tradition und deswegen würden sie es jedes Jahr machen. Aha. Diese Squashmasse (erinnert ein bisschen an Babybrei aus Möhren vom Anblick her) wurde also in einer Auflaufform in den Ofen gesteckt.
Mir hat es sehr gut geschmeckt und vielleicht koche ich es mal für euch in Deutschland - da wird sich mein Papa aber freuen^^
Wir unterhielten uns sehr nett und lachten viel, besonders als Eleanor versehentlich den Nachtisch, den ihr Schwiegervater mühsam aus Limonen und was weiß ich noch allem hergestellt hatte, mit einem "oh da wird aber unser Deposer aber gut riechen" zerschretterte. Tja, wie sagt man so schön, shit happens.
Am nächsten Tag wurde ich um 7 von einem an meiner Zimmertür klopfenden Andrew geweckt "Juleeeee it´s presents time!"
Lucy, unser Hund, durfte anfangen, da sie ja mit ihren 2 Jahren die Jüngste ist. Sie bekam, man höre und staune, ein Quietschehuhn im Santakostüm zum darauf Rumbeisen, einen neuen Schlafkorb UND einen Pullover... ja, das hatten die Kinder rausgesucht und wollten es unbedingt haben. Und so rennt unser Hund nun schon seit dem 25. Dezember in einem orang-braunen Kapuzenpulli mit peace-Zeichen auf dem Rücken durch die Gegend und ich habe mich erst heute wieder gefragt, was da für ein Kinder auf der Treppe unsere Veranda sitzt.. ach nein, war nur der Hund.
Dann war Ava an der Reihe. Bei den Penizottos ist es Regel, dass jedes Geschenk einzeln ausgepackt wird und alle zuschauen, wenn einer an der Reihe ist. Demzufolge muss Austin am längsten aushalten.
Alle 3 Kinder bekamen einen ipod shuffle - wie ich später mitbekam hat jeder der 9 cousins einen bekommen und die 2 Großen, Isabelle und Lucas, einen ipod touch. Die Jungs bekamen jeweils einen Nintendo DS, Lego und vieles mehr und Ava ein Barbie Dream House, Barbies, 2 Barbiefrisurenköpfe, einen CDplayer und so weiter.
Die kleine erzgebirgische Pyramide kam übrigens genauso gut an, wie die Fanshirts des Deutschen Fußballnationalteams^^
Ich musste bis nach dem Frühstück warten. Dann bekam ich Ohrenschützer, Handschuhe, einen Schlafanzug, das Chrysler, mein Lieblings"Building" als Christbaumschmuck - was wohl an unserem Deutschen Weihnachtsbaum sehr auffalen wird^^ - eine schlichte silberne Kette mit einem eingeprägten J, Briefpapier und Notizzettel mit dem J und Body Lotion ect.
Es war ein sehr schöner Tag und Nachmittags ging es weiter mit einem Dinner bei Olivias Vater.
Dort waren dann wieder Olivias Schwestern mit ihren Familien und noch ein paar Freunde von irgendjemanden... keine Ahnung^^ auf jeden Fall waren wir schlussendlich 18 Erwachsene und 9 Kinder.
Es gab ein polnisches Dinner (eben weil Olivias, Elanors und Beas Mutter polnisches Vorfahren hatte und das schon immer so gemacht hat), was sehr gut schmeckte und im Anschluss wurde von den vielen selbstgemachten Plätzchen gegessen. Auch ein Teil meines Stollens kam mit auf den Tisch^^
Ach und zuvor musste man - wiedermal eine Tradition^^ - mit einem Stück Oblade (so wie die fürs Abendmahl nur größer) rumgehen und jeden ein Stück abbrechen lassen, ihn umarmen und "peace" wünschen.
An diesem Tag kam auch Sarahs Mutter, die sie bis zum 31. Dezember besuchte, hier in Amerika an - die Glückliche.
Am 26. und 27. hieß es dann nochmal arbeiten und schon am 28. fuhren Leonie, ein anderes Au Pair (was auch sonst...), und ich nach Atlantic City. Atlantic City ist nicht so weit weg von uns und liegt noch in New Jersey. Mit dem greyhound Bus brauchten wir ca. 2 Stunden.
A.C. liegt direkt am Meer und wird als das Las Vegas des Ostens bezeichnet und deswegen wollten wir uns das nicht entgehen lassen.
Man warnte uns schon im Voraus, dass wir auf uns aufpassen sollen und uns nicht so weit von den Casinos entfernen. Schon am Port Authority, dem New Yorker Busbahnhof, stellten wir fest, dass hauptsächlich ältere Männer mit keinem einzigen Gepäckstück nach A.C. fahren. Da die Casinos 24 Stunden 7 Tage die Woche geöffnet sind, werden die sich wohl 2 Tage vor eine Spielmaschiene gesetzt haben und dann mit mehr oder weniger Gewinn wieder nach Hause gefahren sein. Traurig, aber wahr.
Nein, nicht unser Hotel, aber ich fand es lustig, dass Farbfernseher in A.C. anscheinend nicht standart sind =)
Leonie und ich hatten uns ein sehr günstiges, aber für den Preis völlig akzeptables Hotelzimmer gebucht. Nun hieß es nur, das Hotel zu finden.
Der dicke Nebel, der über ganz New Jersey an dem Tag lag, und die Tatsache, dass in Atlantic City Hotel an Hotel liegt, machte die Suche nicht leichter, aber nach einigem Herumsuchen am "Board Walk" (der 7 km langen, hölzernen Strandpromenade von A.C.) fanden wir schließlich das Inn.
Da wir ja noch nicht 21 sind und das Lachen in Amerika unter 21 nicht erlaubt, durften wir eigentlich noch nicht einmal die Casinos betreten, aber im Endeffekt interessierte es keinen. Schließlich liefen auch Leute mit kleinen Kindern durch die Spielhallen. 
Wir schauten uns die verschiedenen Hotels mit Casinos, wie beispielsweise das Tropicana, das Trump Taj Mahal und das Caesars an.
so schmückte man im Tropicana weihnachtlich... naja, wems gefällt..
und schon wieder dieses komische Kraut... finden das Amerikaner etwa schön?!?!
dass der alte Caesar ein Glücksspielfan war, war mir zuvor auch noch nicht bewusst..
In A.C. kann man auch prima shoppen gehen, da dort ein großer Platz mit allen möglichen Outlets ist. Im adidas Outlet kaufte ich mir z.B. eine kurze Sporthose die gerade mal noch 7$ kostete.
Wir hatten sehr schönes Wetter und so machte es auch Spaß am Boardwalk entlang zu schlendern. Im Sommer soll der wohl brechend voll sein, was ich mir bei dem doch sehr schönen Strand 5m weiter, sehr gut vorstellen kann.
Nervig war nur, dass man keine 10m gehen konnte, ohne von irgendjemanden angequatscht zu werden. Denn einer der typischsten Berfusgruppen in Atlantic City ist, neben dem card dealer im Casino, der Rollstuhlschieber am Boardwalk. Dabei handelt es sich nicht um einen sozialen Arbeiter sondern viel mehr um den "Fahrer" eines Fahrradtaxis ohne Fahrrad. Das ganze sieht könnt ihr hier rechts im Bild sehen:
Natürlich sollst du bei allen mitfahren, aber wir gingen lieber zu Fuß und genossen das gute Wetter. Auch von dem Klarinettenspieler, der bei Wind und Wetter, bei Tag und auch bei Nacht auf einer Bank an der Strandpromenade saß und sein mit einer Plastehülle geschütztes Instrument spielte, ließen wir uns nicht stören.
Wir gingen in eine Bar und bestellten ganz brav eine Cola. Wir schienen nicht aufzufallen und daher saßen wir eine Weile und unterhielten uns. Nach einiger Zeit setztes sich ein angetrunkener, älterer Mann auf den freien Stuhl zwischen uns und dem eingefleischten Casinopaar neben uns. Wir beschlossen ihn einfach zu ignorieren. Erst sprach er das Paar an und erklärte ihnen, sein Name sein Jimmy oder so ähnlich und er habe heute Geburtstag. Als sich dann das Paar erhob und die Bar verließ drehte er sich zu uns nuschelte ein "Hey Ladies!". Wie gesagt, wir ignorierten ihn und unterhielten uns, unter größter Anstrengung nicht zu lachen, weiter. Nach dem vielleicht 5.x "Hey Ladies!" gab er es auf und ging. Dann allerdings kam ein Typ der gehört hatte, das wir aus Deutschland kommen und erklärte uns, er hätte in Deutschland gelebt und seine 15-jährige Tochter komme ihn bald besuchen. Toll!
Am nächsten Tag wollten wir uns das berühmte lighthouse (Leuchtturm) anschauenen gehen. Es soll wohl einer der ältesten Leuchttürme in NJ und eine der sehr raren Sehenswürdigkeiten in A.C. sein =)
Das lighthouse lag auf der gleichen Straße, der Pacific Ave, wie auch unser Hotel. Diese ist ungefähr 4km lang und daher entschieden wir uns einen der kleinen Busse, die als öffentliches Verkehrsmittel dienen, zu nehmen. Die Busse werden Jitney genannt und erinnerten mich ein bisschen an die kleinen Busse des Busunternehmens Fritsche^^
Am Leuchtturm angekommen merkten wir, wie war doch die Warnungen waren, sich nicht weit von den Casinos wegzubewegen. Wobei es ja noch nicht einmal weit war. Trotzdem hätten wir mit unseren Einkaufstüten und dem Photoapperat und schon allein mit der weißen Hautfarbe nicht mehr auf uns aufmerksam machen können. 
Keine 4km entfernt von den ganzen Hotels und der Welt von Chanel und Tiffany waren wir an einer Ecke A.C.s gelandet, wo eingeschlagene Fenster und Müll auf der Straße normal zu sein schien.
Ich fand das sehr traurig. Und Olivia erzählte mir auch im Nachhinein, dass man wohl schon seit langer Zeit versucht Atlantic City wieder attraktiver zu machen, weil es doch den Ruf hat, dass man aufpassen muss, um nicht auf offener Straße erschossen zu werden...
Wie machten also schnell unsere Bilder und fuhren schnurstracks wieder zurück woraufhin uns auch der Busfahrer fragte, was wir denn in DIESER Gegend gemacht hätten.
Die Fahrt nach Hause war kein Problem, außer dass NYC wiedereinmal so "crowded" war, dass ich echt Mühe hatte, mein ganzes Gepäck die 7 Blöcke lang zu schleppen.
ein schnelles Bild aus dem Bus raus... so sieht New Jersey aus^^
Dennoch würde ich jedem empfehlen diese Reise im Sommer und mit 21 Jahren zu machen^^
Zurück in Summit fand ich mich in einem leeren Haus wieder - Olivia und die Kinder waren nach Vermont gefahren. Und so konnte ich Leonie, Sarah und Janina zu uns nach Hause einladen und wir verbrachten den Silvester Abend zusammen.
Am Wochenende kamen dann alle wieder nach Hause und - ich gebe es ungern zu - ich muss sagen, dass ich mich echt freute, als ich Ava, Andrew und Austin dann wiedersah; und ihre strahlenden Gesichter werden wohl auch nicht nur vom Sonnenbrand, den sie sich beim Skifahren geholt haben, gewesen sein^^
Diese Woche ist die Schule wiederlosgegangen.
Ich wünsche euch allen ein erfolgreiches und gesegnetes Jahr 2oo9! Bleibt mir alle gesund und nun kann ich auch stolz verkünden, dass wir uns in DIESEM Jahr wiedersehen =)
auf bald
1 Kommentar:
Hallo Jule!
Für die nächsten 10 tage wünsche ich dir und deinem Besuch:
- ein freudiges Wiedersehen,
- gemeinsam ganz viel Spaß,
- und... bleibt vor allem gesund!!!
Dieser Wunsch kommt von Herzen und sollte auch so bei euch ankommen,
also habt eine wunderschoene gemeinsame Zeit.
PS:Felix und seine Mutti kennen mich
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