Donnerstag, 4. Dezember 2008

In Washington ist alles weiß

Hallo Freunde der Amerikanischen Kultur *hust*,

wie vermisse ich doch meine geliebte, traditionelle, erzgebirgische Adventszeit!!! Mein Paket hellt zwar meine Laune auf und ich neble fleißig mein Zimmer mit Räucherkerzen zu, höre meine erzgebirgische Weihnachtscd rund um die Uhr und freue mich auch schon darauf, morgen in meiner letzten Englischstunde (jawohl... es ist schon wieder die letzte und ich muss Tschüss zu meinen Afrikanischen Freundinnen sagen...) den Stollen anzuschneiden, aber so ohne Schwibbbogen in den Fenstern und den ganzen Räuchermännern im Wohnzimmer und der Posaunenchormusik und dem schönen Weihnachtsstress (nach dem sehne ich mich jetzt richtig, weil der Stress den ich habe, hat wenig mit Weihnachten zu tun^^) usw. usw., fällt es mir schwer, mich auf Weihnachten zu freuen.

Aber wie schrieb meine Oma in ihrem letzten Brief so schön - "nächstes Jahr feiern wir wieder" =)

Langsam schmücken die Leute wieder; diesmal für Weihnachten. Doch das hat nichts von dem, was ich gewöhnt bin. Es ist zwar nicht hässlich und in unserer Gegend habe ich bist jetzt, Gott sei Dank, auch noch kein bling-bling-hässlich-Geleuchte gesehen, aber nur die Bäume mit Lichterketten zu schmücken ist mir nicht genug und mir fehlen eindeutig die SCHWIBBBÖGEN in den Fenstern!

Na gut ich singe weiter meine Erzgebirgischen Weihnachtslieder ("Wenns draußen wieder schneit, do hamm mer unsre freit..."), weil die so schön beruhigend auf mich wirken und ich mich dann weniger aufrege und berichte euch lieber von meinem Treffen mit Georg der aus dem Jungle kam (genauer gesagt aus New Haven, Conneticut).

Am Donnerstag machten Sarah, ihr Gastvater mit Pascale und Paul (ihren Kindern), Janina (ein anderes Au Pair) und ich uns in aller Herrgottsfrüh (genauergesagt um 6, da wir dem Thanksgivingverkehr entkommen wollten) auf, Richtung Weißes Haus.

Wie ich bereits sagte, wollten wir in der Hauptstadt der USA: Washington D.C.














Das D.C. steht übrigens für District of Columbia und ist benannt nach unserem spanischen Freund Christoph.

Man muss sich das Geographisch so vorstellen, dass NYC so ziemlich zwischen Washington und Boston liegt, sprich man nach D.C. auch ungefähr 4-5 Stunden braucht.

Als Bayerin (Sarah), Rheinländische Frohnatur (Janina) und Sachsin kamen wir uns übrigens öfter ins Gehege... tja, die Pisastudie kann ja nun mal leider nur ein Bundesland gewinnen hahaha ;o)
Sarah, Janina und ich residierten im Washington Plaza, der zwar nicht wirklich fancy, aber ansonsten ganz ok und noch dazu nur einige Blöcke vom White House entfernt war.

Donnerstag war Thanksgiving, so dass wir uns gleich nach Ankommen in der Stadt der Denkmäler gleich auf den Weg zu einer Freundin von Sarah Gasteltern, die uns zum Essen einlud, machten. Nun ja, nur so viel - es gibt Menschen, die nicht einmal vorgekochten Rosenkohl weich bekommen und da das Essen so schlecht war, dass sich selbst Sarahs Gastvater beschwerte (und nicht nur die verwöhnten Deutschen Au Pairs^^) gibt es wohl am Wochenende noch einmal ein Thanksgiving Dinner bei Sarahs Eltern, zu dem Janina und ich wahrscheinich eingeladen werden... wir sollen ja keinen falschen Eindruck bekommen =)



zur allgemeinen Belustigung, habe ich erst einmal ein Tänzchen mit diesem freundlichen Herrn gewagt^^



...Sarah ließ aus altersschwäche meine geliebte Kamera fallen und nun warte ich, dass mir ihre Mutter zu Weihnachten, wenn sie Sarah besuchen kommt, eine neue mitbringt...









Danach machten wir uns mit der Subway, die in Washington Metro genannt wird, auf, Richtung Weisses Haus, um einen ersten Blick zu erhaschen, und anschließend ins Hotel.



und hier seht ihr es - was weiße Haus bei Nacht^^






Die Metro liegt übrigens so extrem tief (leider konnte ich keine Zahlen finden...) unter der Erde, dass man sicherlich 4min auf der Rolltreppe, die sehr sehr steil und lang ist und mich sehr an Prag erinnerte, zu bringt. Deswegen gucke ich auf dem Bild für euch auch extra ängstlich^^

Und alles, soweit ich gehört habe, damit man die Menschen vor einem Bombenangriff schützen kann. Sehr abenteuerlich.

Dafür wieder alles sehr viel sauberer als in New York.

Für Samstag und Sonntag kauften wir uns einen Busfahrschein für eine Sight-seeing-tour mit "hop on and hop off", was doch immer wieder hilft, einen Überblick zuverschafft.





Das Wetter war super - im Vergleich zu Boston^^ was mir doch gleich viel besser gefiel und uns dazu einlud "on top" unseres alten Englischen Busses zu sitzen. Nach 1 1/2 Stunden Fahrt waren wir zwar fast angefroren, aber bester Stimmung erst einmal durch die Union Station zu schlendern, denn passenderweise ist der Freitag nach Thanksgiving immer "black friday", ein Tag an dem viele Läden schon um 4 oder um 5 öffnen und einem alles mögliche hinterherschmeißen.











Die Union Station soll übrigens der größte Bahnhof der Welt sein, ich persönlich glaube aber, dass der sight seeing guide einfach noch nie irgendwo anders war... also größer als Berlin ist sie bestimmt nicht.





Hier könnt ihr euch ein eigenes Urteil bilden.















Die Tauben haben es sich bequem gemacht^^













Um das Capitol rundrum sind übrigens die US Bundesstaaten in Form von Straßennamen vertreten, hier die Louisiana Avenue. Weitere wichtige Straßen rund um das Capitol, welches als Stadtmittelpunkt geplant war sind: die First Street, die Constitution Avenue und die Independence Avenue.













ja in Washington geht es ordentlich zu, da gibt es für jede Nationalität eine eigene Raucherecke.











Wie dem auch sei, wir schauten uns während der 2 Tage:

- das U.S. Capitol, vor dem gerade die Weihnachtsbäume geschmückt wurden













Hier sind Sarah ersteinmal ein bisschen durch die Gegend gehüpft...hey.






- die ganzen Museen (zu mindest von Außen^^ -wobei sie kostenlos gewesen wären, aber uns war nicht danach, schon wieder Gemälde zu besichtigen)


Das ist zum Beispiel das Indian Museum... die ganzen Inder haben bestimmt nicht verstanden, dass es dabei um INDIANER und nicht um INDER ging... ich kann mir beim besten Will nicht vorstellen, warum die sonst dort alle in Massen hinströmten!

- das Thomas Jefferson Memorial, das Franklin Delano Roosevelt Memorial (es wird übrigens Rosevelt gesprochen, soll heißen, das "e" ist nicht stumm und das doppel "o" spricht man auch nicht wie "u" sondern wie ein richtiges "o, also einfach richtig Deutsch^^)
- das Lincoln Memorial


Auf den 36 Säulen stehen die Namen der 36 Staaten, die damals zu der USA gehörten.






Hat sich gut gehalten, der alte Mann.






Das Washington Monument kann man in Washington von allen Seiten immer wieder erblicken, so auch hier. Dreht man dem Lincoln Memorial den Rücken zu, schaut man direkt auf das Monument und steht auch an ziemlich jener Stelle, an der einst Martin Luther King oder Forest Gump standen.








Apropos Martin Luther: vor unserem Hotel stand ein Martin Luther Denkmal, allerdings der Deutsche. So viel zu Ingos Frage...





- das World War II Memorial (ich habe euch ja gleich gesagst, es ist die Stadt der Denmäler!)






- das Spy Museum (das einzige Museum mit Eintritt, da mussten wir natürlich hin^^)

- das Ford Theatre (Wikipedia Anmerkung: "Am Abend des Karfreitags 1865 wurde der 16. Präsident Abraham Lincoln beim Besuch des Ford Theaters in Washington von einem fanatischen Sympathisanten der Südstaaten, dem Schauspieler John Wilkes Booth, angeschossen. Am folgenden Tag, dem 15. April, erlag er seinen schweren Kopfverletzungen.")

- Lincolns Wohnhaus

- das Hard Rock Café (ziemlich poblig in Washington^^)

- das FBI Hauptgebäude






- und natürlich das Weisse Haus (auch mit Weihnachtsbäumen^^) an.


Näher haben sie uns nicht ans Weiße Haus rangelassen.



















Georg´s Christmas Tree^^





















Lasst mich überlegen, wie dieses Ding hieß.. wir sind nahezu jeden Tag daran vorbeigelaufen... ähm... ach ja, das Department of Treasury.



























die modernere Seite Washingtons








Die Gebäude gefielen mir sehr gut und sind alle auffalend weiß^^. Wir lernten, dass die 2 Gebäude rechts und links neben dem Capitol das Senatsgebäude und das Repräsentantenhaus sind und dass die Fahnen auf dem Capitol anzeigen, ob die beiden Kammern gerade tagen oder nicht - sprich, wenn die linke Flagge hochgezogen ist, tagt der Senat, wenn die rechte oben ist, das Repräsentantenhaus usw.

Durch die Thanksgiving holidays tagte zur Zeit unseres Besuches allerdings niemand und die Fahnen waren unten.
Auch im Weissen Haus schien keiner zu sein, denn auch dort wurde nicht geflaggt.

Das internationale Spymuseum fanden wir alle 3 sehr interessant und erstaunlicherweise drehte sich dort nicht alles nur um das FBI und CIA, sondern war eher geschichtlich aufgebaut; began mit der Spionage in den Weltkriegen (die Krankenschwestern waren die besten Spione^^) und in der alten katholischen Kirche und hatte daher auch einen großen Raum in dem es um die DDR als Spitzelstaat ging. Wirklich sehr erstaunlich für Amerika, dafür einen ganzen Raum zu opfern!!!

Nach dem man uns eingebleut hatte, dass "SIE überall sind", hatten wir unseren Spaß zu erraten, wer um uns rum alles zu einem Geheimdienst gehört. "Da, der so scheinheilig die Zeitung durchblättert." "Quatsch, der Müllmann dadrüben!"

Im Übrigen erfuhr ich, dass es in New York City 2000 Überwachungskameras gibt und davon allein am Times Square 500...



Auf das Washington Monument kann man nur mit einem ticket, was zwar kostenlos ist, aber regelt, dass nicht zu viele Menschen hochkommen. Das ticket bekommt man an einem Schalter neben dem Monument, der um 8:30 öffnet. Sarah, Janina und ich waren eine Stunde später da und es gab keine einzige Karte mehr... so eine Pleite. Aber ihr wisst ja, "heute ich nicht alle Tage..."












Im Übrigen war die Deutsche Übersetzung des Textes, der besagte, alle Karten für heute seien vergeben, so grauenvoll und mein Ärger darüber, dass ich nicht auf Washington hinabschauen konnte so groß, dass ich dem "Kartengust" sagte, dass das die schlechteste Übersetzung eines Englischen Textes ins Deutsche ist, die ich bis jetzt in den Staaten gesehen habe (um genau zu sein, ist es auch die erste... aber egal!). Er lachte darauf und meinte, sie hätten ihr bestes getan... na da.






"Alle Karten sind für den Tag verteilt worden. Karten für morgen werden bei 8:30 verteilt. Wir empfehlen Sie sind hier morgen bei 7, zum in Linien auf Karten zu warten. Kommen sie bitte nach innen zu mehr Informationen. Wir entschuldigen uns für jede mögliche Unannehmlichkeit. Danke!"















Wir entschieden uns ein paar lustige Bilder zu machen und fragten ein ungefährlich aussehendes^^ Ehepaar mit Tochter in unserem Alter, ob sie ein Bild von uns 3 machen könnten und bekamen eine Deutsche Antwort. Es stellte sich heraus, dass ihre Tochter auch Au Pair ist und tatsächlich auch in New Jersey lebt. No way! Wo denn da? Are you kidding? In Summit? Was auf der Blackburn Rd? Das ist doch gleich bei uns um die Ecke... tja, die Welt ist ein Dorf. Sie kommt übrigens aus Hessen.


Ich fand unseren Besuch in Washington sehr gelungen und würde die Hauptstadt der Vereinigten Staaten als sehr schön einstufen. Verglichen mit NYC geht es dort sehr viel ruhiger zu und auch sonst ist es eher eine beschauliche Stadt.










Am vergangen Mittwoch fuhren Anthony, die Kids und ich mit dem Zug nach NYC zum Rockefeller Center da dort Abends der große, gerühmte Christbaum erleuchtet werden sollte. Normalerweise muss man sich dort für mehrere Stunden den Hintern abfrieren und in der Kälte warten, aber da Olivia ja direkt im Rockefeller Center arbeitet und für uns einen Raum mit Blick auf die Eisfläche und den Baum organisieren konnte, durften wir uns das Spektakel vom Büro des Presidenten und General Mangagers Mr. O´Brien ansehen.











So sieht New York von seinem Büro aus aus.






























Der Baum wurde um 9 "angezündet" und zuvor traten verschiedene Sänger und Gruppen, wie Miley Cyrus (das ist das video von dem Abend:


http://www.martin-boose.de/miley-cyrus-live-rockin-around-the-christmas-tree-rockefeller-center/ ), the Jonas Brothers, Beyoncé, David Cook und andere, die ich nicht kannte, auf. Leider waren viele acts schon am Abend vorher auf einem der Hochhäuser aufgenommen wurden und wurden nur abgespielt. Aber die Jonas Brothers habe ich echt gesehn LOL


Für die unter euch, die diese relativ neue boy group noch nicht kennen - das ist Amerikas Antwort auf Tokio Hotel (na gut ein bisschen hübscher^^).





Da haben sie ihn dann angeschalten^^


Dieses Jahr kam der Baum übrigens aus... na?! New Jersey natürlich. Und die 2 Söhne von der Frau, die den Baum gepflanzt hat, waren auch da und meinten, dass ihre Mutter immer irgendwelche Chemikalien an den Baum gekippt hat, damit er noch größer wird, obwohl er schon sehr groß war. Und keiner hat verstanden, warum sie das macht, aber schließlich ist genau das passiert, was sie sich immer gewünscht hat, ihr Baum steht nun vor dem Rockefeller Center. Meistens wird der Baum nach Weihnachten dann an einen Zoo für die Tiere gespendet.





Es war auf jeden Fall sehr lustig, dort die ganzen Menschenmassen zu sehen und in dem Büro von O´Brien gabs auch 4 Fernseher und man konnte entweder dort gucken oder halt zum Fenster raus. Britney Spears sollte eigentlich auch kommen, aber sie hatte vorher einen Auftritt irgendwo uptown und kam nicht durch die Menschenmassen, hat mir Olivia erzählt.



Falls jemanden noch interessiert, hab mal noch paar Videos vom tree lighting rausgesucht, sind nicht so toll, aber man sieht zu mindest, wies da aussah:
http://de.youtube.com/watch?v=gHrRLlSAyis&feature=related (die Jonas Brothers)


http://de.youtube.com/watch?v=w2bO42WGS7M (der Countdown - wir waren hinter einem der Fenster über dem Stern)


So, dass wars für heute von mir.


Ich wünsche euch allen eine schöne restliche Woche, lasst euch nicht vom Stress unterkriegen^^


eure Jule

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