Dienstag, 4. November 2008

Hallo meine Lieben!

Heute moechte ich euch zuerst einmal etwas von Halloween berichten, ja hoert nicht gleich auf zu lesen, es ist anders als ihr euch das vielleicht vorstellt!



Halloween habe ich, wie ihr bestimmt auch, immer mit Gruseln verbunden, und wer mich kennt, weiss, dass ich nicht gerade ein Fan von Horrorfilmen, Geisterbahnen oder Aehnlichem bin. Dementsprechend gross war meine Vorfreude auf das Kommende. Doch alles sollte ganz anders werden.
(Hier eine Anmerkung... man sollte sich erst ueber etwas aufregen, wenn man auch wirklich darueber bescheid weiss; also lest brav weiter^^)
Schon Wochen vor dem 31. Oktober stapelte sich die Deko von Ratten, Spinnenweben und Fledermaeusen ueber “Nebelfluessigkeit” fuer die Nebelmaschiene bis hin zu elektronischen Figuren auf dem Tisch unseres Esszimmers... na das kann ja heiter werden, dachte ich mir.
Vor allem, als ich Bekanntschaft mit, wie ihn die Kinder tauften, Bob machte. Bob ist ein Kinderzombie, der auf dem Fussboden sitzt und einen immer direkt anschaut, egal auf welcher Seite man steht und beim Anschalten seinen Kopf dreht und merkwuerdige Laute von sich gibt – super, so etwas habe ich mir schon immer gewuenscht!
Aber zum Glueck war ich nicht die einzige, die Bob nicht sonderlich mochte, denn auch die Kinder trauten sich die naechsten 2 Wochen, da Bob in dem Zimmer neben der Toilette im 1. Stock naechtigte, nicht mehr dort aufs Klo...
Immer wieder wurde mir gesagt, ich solle ja nicht denken, alle Amerikaner wuerden so ein Riesenevent aus besagtem 31. Oktober machen, denn Olivia plante eine Pary fuer die Cup Scouts, was so was wie Pfadfinder sind und bei denen nahezu jeder amerikanischer Junge ist, so auch Austin und Andrew.
Und so kam es, dass sich unser Keller am 25. Oktober in ein “haunted house”, ein Spukhaus, verwandelte. Olivia hatte ihren Raumausstatter und dessen (wie klischeehaft) Freund plus ihre beste Freundin engagiert, um den 6 bzw. 8 Jaehrigen Angst einzujagen. Ich haette mich ja am liebsten davor gedrueckt, aber wann erlebt man das schon nochmal und so nahm ich sogar eine Akteurrolle als weinendes Maedchen ein – ja das kann ich gut =)
Die Kids kamen mit ihrem vorgeschriebenem Elternteil und machten erst einmal ein paar Wettspiele gegen die Erwachsenen (naja Anne ich muss sagen, dass wir das Mumien-Klopapier-Spiel damals besser hinbekommen haben...^^). Nachdem Olivias Freunde und ich unsere Plaetze eingenommen hatten, fuehrte Olivia jeweils 1-3 Kinder durch den Keller, der wirklich gruslig geschmueckt worden war. Dennis, Olivias Raumausstatter und sein Freund schmissen sich ordentlich ins Zeug (mit ihren Wunden und dem Blut im Gesicht sahen sie aber auch gruslig aus) und auch ich bekam immer wieder zuhoeren, wie gut ich doch geschauspielert habe (geschauspielert?!!^^). Mit wild hochtoupierten Haaren, auf dem Boden sitzend und hysterisch heulend, machte so manches Kind vor mir kehrt und Austin, wollte seiner Mutter absolut nicht glauben, dass dieses Maechen ich war. Anthonys Kommentar zu der ganzen Sache: “Wenns mit dem Babysitten nicht mehr klappt, kannst du ja als Schauspielerin anfangen...” alles klar.
Danach gab es fuer die Kids eine Zaubervorstellung von einem Cup Scout Vater und zum Schluss noch eine gruslige Geschichte. Den Kindern hat es super gefallen, wenn auch der ein oder andere Junge, der gerade eben noch super mutig war, reisaus vor uns nahm... ;o)
Gegruselt habe ich mich im Endeffekt nicht und Bob sah im Dunklen auch freundlicher aus, als wenn er mich vom Esszimmer aus beim Fernsehen beobachtet hat..
Am Freitag, dem eigentlich Halloweentag, machten Sarah, die uebrigens als Hexe ging und eine gefakte Hexennase hatte und deren Maechen Pascale auf Grund dessen nicht in ihrer Naehe sein wollte..., Leonie, ein anderes Au Pair, und ich uns auf den Weg zu der beruehmten Halloweenparade in downton New York City.


juhu... sie kann mit der Zunge ihre Nase beruehren

Olivia hatte uns schon vorgewarnt, dass das eine totale “Freakshow” sei, aber dass man das mal gesehen haben muss. Und damit nimmt sie mir die Worte aus dem Mund.
Wir standen an der Strasse und sahen uns die grosse Parade an. Dabei gab es wirklich jedes erdenkliche Kostuem: Obama gruesste und erinnerte uns an die Wahlen, alte Griechen laechelten uns an, Shrek war mit von der Partie, Frauen in etwas zu kurz geratenen Dirndln zeigten Bein und auch Sarah Palin war sehr beliebt (am liebsten mit Schildern wie “Die Globaleerwaermung ist nicht die Schuld der Menschheit” oder mit “Miss Alaska” Scherpen).

Hier ersteinmal meine Lieblingsbilder =)

Superman auf dem Weg die Welt zu retten - oder vielleicht ersteinmal sein eigenes Leben, denn bei rot ueber eine New Yorker Strassen zu gehen, ist nich ganz ungefaehrlich...

ja auch dieser Superman freute sich, fuer mich posieren zu koennen =)
da habe ich einen Vampir an der Pennstation entdeckt; er hatte zwar gerade seine Zaehne rausgenommen, aber setzte sie fuer mich und mein Foto gerne noch einmal ein^^

die beiden sahen super aus
der eher nicht so

dieses Model wiederum strotzte vor Selbstbewusstsein (eben typisch Amerikaner^^)

und ueber den konnte ich mich totlachen... in seinem Alufoliekostuem (uebrigens von dem Herrn dahinter kreiert) konnte er sich naemich nicht hinsetzen und musste somit seinen Burger bei MC Donalds im Stehen verspeisen =)

Gozilla hatte etwas zu viel pinke Limonade getrunken

Dirndl waren DER Hit ;o)

jetzt haette ich beinahe Tinkerbell vergessen.... =)

die Parade wurde auch als Plattform fuer Kritik genutzt

irgendwie ein cooles Bild =)

Amy Winhouse gerade einmal nicht auf Drogen

Shrek und Prinzessin Fiona

und ja... ich gebs ja zu, der hat mir ein bisschen Angst eingejagt, darum der gequaelte Gesichtsausdruck, aber fuer euch mach ich ja alles

Natuerlich gab es auch gruslige Typen und man kann sich nie so sicher sein, wer hinter einer Maske steckt und ob er das nun aus Spass macht oder doch etwas “psycho” ist.
So rannte ein Mann mit Kettensaege (allerdings ohne Saegeblatt) sehr nah am Publikum vorbei und allein von dem Geruch und dem Geraeusch wurde mir ganz schlecht... aber wie gesagt, es gibt einige Spinner, aber die gibt es auf der ganzen Welt, der Rest sieht Halloween als Karneval und hat einfach Spass daran sich zu verkleiden.

Immer wieder liefen uns Deutsche ueber den Weg und es war eine tolle Stimmung. Im Uebrigen sah man haeufig Leute aus Flaschen, die in braune Papierbeutel gesteckt worden waren, trinken... lang lebe die Amerikanische Freiheit, unter der Bier getarnt werden muss =)


die beiden mussten anscheinend ihren Alkohol nicht verstecken, sie haette eh keiner erkannt
Mein Fazit: Halloween ist keine Amerikanische Religion, von der man irgendetwas befuerchten muss, denn bis auf die uebliche Anzahl von Spinnern, ist dies einfach der Amerikanische Karneval - Helau! Ich muss dies naechstes Jahr nicht wiedermachen, habe aber auch nicht darunter gelitten, Vampierzaehne getragen zu haben ;o)
Am Sonntag war dann der grosse Tag gekommen, an dem ich zu meiner ersten Broadwayshow ging. Zwar war nicht mein Favorit “Mama Mia” gewaehlt worden, da all die anderen Au Pairs “Lion King” anschauen wollten, aber ich dachte mir, Broadway ist Broadway (zumal ich nur die haelfte des Preises [$61!!!] zahlen musste [und AIFS den Rest]) und freute mich darauf.
Mittags stieg aber ersteinmal Ava's Vorgeburtstagsfeier (ja... Amerikaner feiern vor...) welche das ganze Haus in PINK verwandelte.

Klitzer und Glitter, wo man nur hinschaute; Prinzessinenkronen und Disneymusik.. und dann kamen die ersten Maedchen. Es war ein Geschnatter und Gegiggel wie im Film (oder auf meinen Kindergeburtstagsfeiern^^) und nach ein paar Spielen und wuerdigem Prinzessinnenkleid Aussuchen, ging es ans Tee trinken und cupcake essen.



Um 12 schlich ich mich von der Pary davon und schluepfte in mein Abiballkleid, denn der NJ-Transit wartete schon auf mich.
Also ich kann euch sagen... die Chemnitzer Oper ist nicht viel kleiner als dieses Theater – dafuer voellig ausverkauft und vollgepackt mit kleinen Kindern, die mit ihrem Loewengebruell das ganze Theater unterhielten. Ha, ist das lustig. Ich waere nach dem 3.x mit dem Bengel rausgegangen, aber so lachte das Publikum noch ein bisschen weiter, ueber den kleinen Goldschatz, der auf jeden Satz Simbas mit einem “wuaaaaaaaaaah” antwortete.
In der Pause ging ich, traditionsbewusst, wie ich es schon immer mit meiner Mama gemacht habe, zum “Orchestergraben”. Worauf ich “Wo ist denn der?” von einem der Au Pairs gefragt wurde... keinen Kommentar.
Naja Orchester kann man das ja nun wirklich nicht nennen, eine Geige, zwei E-Baesse, eine Querfloete, ein gigantisches Marimbaphon (was ich total toll fande!), mehrere Trommeln und ansonsten? jede Menge Keyboards... na toll! Leider war ich auch von den Stimmen der Saenger nicht sonderlich begeistert und die Lieder, die extra fuer das Musical dazukomponiert wurden (zu den Originalen) fande ich groesstenteils langweilig; so mein kritisches Urteil ueber seine Majestaet, den Koenig der Loewen. Nichtsdestotrotz waren meine Sitznachbaren zu Traenen geruehrt und hatten allesamt “goosebumps” (Gaensehaut)... ich schaetze, ich bin da nicht so schnell zufrieden zu stellen =) werde mir aber noch andere Sachen anschauen und sicherlich etwas finden, was mir besser gefaellt.
Heute ist Election Day... ihr seht, ein Ereignis folgt dem naechsten!
Die Kinder und ich gingen mit Olivia in die oertliche Lincoln Schule, in deren Turnhalle uns eine Schar Wahlhelfer erwartete. Olivia unterschrieb, dagewesen zu sein und dann quetschten wir uns zu 5. In eine Kabine. Im Uebrigen wurde ich auch von dem freundlichen Hernn nach meinem Namen gefragt; der Gute dachte, ich wuerde auch waehlen. Als ich ihm sagte, dass es mir nicht erlaubt waere, meinte er “Na dann bis in ein paar Jahren.” und schaute nicht schlecht, als ich ihm sagte, dass ich ja gar kein U.S. Buerger bin... so nach dem Motto: was machst du denn dann hier?!
Olivia musste neben dem Praesidenten auch fuer den Senat, fuer das house of representatives und fuer so etwas wie den Landrat “voten”. Und so durfte jedes der Kinder und ich einen Knopf druecken (in New Jersey wird per Knopfdruck gewaehlt... aber das ist in jedem Staat anders!). Anschliessend durfte ich den finalen Knopf “Stimmen abgeben” druecken. HA! Wer kann das schon von sich behaupten, wirklich fuer Obama gewaehlt zu haben =)
Danach ging es Abendbrotesse und seit dem sitzen sie alle gebannt vor dem Fernseher – wie wahrscheinlich ganz Amerika – und warten auf die Ergebnisse, die allerdings schon auf Grund der verschiedenen Zeitzonen noch etwas auf sich warten lassen koennen.
In diesem Sinne
wir koennen gespannt sein
Vielen Dank fuer die Aufmerksamkeit =)

es gruesst euch
eure Jule
Ps.: um euch einen Eindruck von den Menschenmassen in NYC zu Halloween zu vermitteln:

(Sarah sagt zum Schluss "Ich hab meine Nase verloren"... nur damit ihr wisst, wieso ich so lache^^)

2 Kommentare:

Widely Scattered Light hat gesagt…

hi meine süße herzlichen glückwunsch zur erfolgreichen wahl!hast du auch auf der starße getanzt als obama gewonnen hat? aber scherz bei seite schön dass du so ein lustiges halloween hattest bei uns lief es wesentlich ruhiger ab.
hab dich lieb
deine kleene anne

Madl hat gesagt…

Oh ihr habt ja ein geiles Halloween gehabt, ich hatte die Bude nur voller Kinder :-)
Und Obama hat gewonnen, ein Glück habt ihr auch für ihn gestimmt, wer weiß was eure Stimme alles ausgemacht :-)
Danke für deine Kommentare.
Liebe Grüße, hdl, Madl