Mittwoch, 8. Oktober 2008

you know you are an au pair when...

hallo ihrs!

Wieder mal ein neuer blog...
Langsam stellt sich hier fuer mich der Alltag ein und ich habe gerade eben mit mehr oder weniger erschrecken festgestellt, dass fuer mich schon der 3. Monat angebrochen ist, d.h. es geht auf das Ende des ersten viertel Jahres zu... mann, mann, mann.

Ich dachte ich schildere euch mal eine typische Woche:

MONTAG – ich stehe 6:15 auf und 7:00 in der Kueche, um den Fruehstueckstisch zu decken ...und nicht die Vitamine vergessen ;o)
Dann heisst es Kinder antreiben, damit wir es schaffen, die Schuessel Cornflakes bis 7:45 geleert zu haben (ihr findet, in einer halben stunde sollte das ja wohl zu schaffen sein?! Ha, habt ihr ne ahnung!!!), um uns auf den Weg in die Schule machen zu koennen. In die Schule laufen wir ca. 15min
- ein einziges mal habe ich sie frueh mit dem “scooter” fahren lassen und das Ergebnis waren 2 blutige Knie, schreiende Kinder und kritischer Blicke der Eltern der anderen Kinder... NIE WIEDER! Danke der Nachfrage – ansonsten komme ich ganz gut zurecht =)
Auf dem Weg muss ich mit den Jungs “spelling words” ueben, d.h. sie muessen mir woerter, die auf karteikarten stehen und die ich sie abfrage, buchstabieren.
Danach laufe ich mit Ava von der Schule zurueck und nach 10minuetigem stopp at home, fahre ich sie dann in ihre schule im nachbarort (Preschool kommt hier vor dem Kindergarten... warum auch immer).
Nachdem ich vormittags 2 Stunden (von 7-9) gearbeitet habe, fahre ich gleich von Avas Schule weiter zu meinem Gesangsunterricht von dem ich ca. 11:45 wieder zuhause bin. Das ist die Zeit in der “normale Au Pairs” sich wieder ins Bett legen – nur mal so am rande ;o)
Um 2:15 muss ich das Haus verlassen, um Ava wieder von der Schule abzuholen. Ich fahre gleich ohne Zwischenstopp in die Oak Knoll School und stelle mich in der langen Reihe von warteten Autos an. (Hier ist das alles sehr sehr organisiert, soll heissen, man stellt sich mit dem auto in einer schlange an, kommt dann an eine stelle, an der eine lehrerin mit fluestertuete steht, sie weiss, welches kind man abholt da man ein Schild mit dem Nachnamen gut sichtbar an der autoscheibe anbringen muss und kraeht dann den namen herueber zu den wartetenden kindern, die mir anschliessend ins auto gesetzt werden).
Natuerlich sind die Kinder am verhungern (“I am starving!!!!!!!!!!”) und ich, natuerlich top vorbereitet, muss mich dann wieder raus auf die strasse finden, nebenbei aufpassen, nicht an einen anderen Zweitonner zu stossen, schreiende Kinder mit Essen versorgen und sofort anfangen alle auszufragen, wie der Schultag war und was sie gemacht haben... uf.
Dann muss ich kraeftig aufs Gas treten, so dass wir 3:45 umgezogen beim Ballet erscheinen koennen. Dort wird Ava in einen Raum gefuehrt durch dessen kleines Fenster in der Tuer man moeglichs nicht hereinschauen soll (die kleinen Taenzerinnen wuerden ja sonst abgelenkt). Nachdem ich mir dort eine dreiviertel Stunde die Zeit vertrieben und mit den Jungs im “Wartezimmer” die Hausaufgaben gemacht habe, gehts nach hause, wo ich dann Klavier mit Drew und Austin uebe und das Abendbrot vorbereite (Amerikaner essen abends warm!). Olivia kommt ca. 6:15 von der Arbeit – dann bin ich “off” wie es in der Au Pair Sprache heisst. Um 7 muss ich aber auch schon wieder losfahren, da ich 7:30-9:30 Chor im College of Saint Elizabeth habe. Darauf freue ich mich schon immer besonders – Amerikaner, die sich durch lateinische Weihnachtsmessen quaelen und obendrein noch im Durchschnitt 100 sind...
Ein anstregender Tag geht zu ende.

Mein DIENSTAG – sieht genau so aus, nur dass ich vormittags von 9:30-10:45 meinen Grammatikkurs im College habe und Nachmittags mit den Jungs zum schwimmen ins YMCA muss.

Am MITTWOCH – 9:30 habe ich Klavier und muss Ava schon um 1 von der Schule abholen, da sie ihren Schwimmkurs 1:30 im YMCA – oder wie die Amis sagen: im “Y” – hat. Abends um 5 haben dann die Jungs Klavierunterricht (bei dem gleichen Lehrer wie ich, der zu uns nach hause kommt).

DONNERSTAGs – habe ich vormittags ausnahmsweise mal keine Aktivitaet, treffe mich daher oft mit meiner Au Pair Freundin Sarah (aus Deutschland^^) und muss die Jungs gleich nach der Schule zum Baseball fahren, wo sie jeder mit eigenem Coach werfen, fangen und was weiss ich was ueben und ich Ava beschaeftigen muss und wenn ich glueck habe, ein bisschen lesen kann.

FREITAG – vormittags habe ich meistens frei, da olivia an diesem tag meist von zu hause aus arbeitet, muss aber von 9:30-10:45 wieder zu meinem Grammatikkurs; von Nachmittags an muss ich dann meistens bis 11pm arbeiten

SAMSTAG oder SONNTAG habe ich frei und den anderen Tag muss ich halbtags arbeiten.

So sieht also eine typische woche aus.

Am letzten Wochenende war ich mit Sarah mal wieder in NYC; diesmal stand der Grand Central Terminal auf dem Programm.



keine Ahnung, warum das so lustig war...^^


das ist Sarah - sie wohnt gleich bei mir um die Ecke, ihre Gastmutter ist Deutsche und wir verbringen unsere Freizeit haeufig gemeinsam

Ausserdem waren wir im Hardrock Cafe und in SoHo.





die Gitarrenwand, bestehend aus ueber 300 Gitarren...


Elvis' Gitarre und Konzertanzug - natuerlich gibt es allemoeglichen Gitarren und Outfits zu bestaunen, von Gwen Stefani ueber die Beatles bishin zu Linkin Park, aber aufgrund des spiegelnden Glases, waeren Bilder relativ sinnlos gewesen...


ein typisches SoHo-Bild


(Zitat aus meinem tollen Reisefuehrer:)
"Richard Haas, Schoepfer zahlreicher Wandgemaelde, verwandelte eine kahle Mauer in eine taeuschend echte Gusseisen-Fassade."
(SoHo ist fuer seine Gusseisen-Architektur beruehmt)


Und am Times Square wurden wir von Microsoft angequatscht, ob wir nicht ein bild von unserem gesicht fuer ihre werbekampange machen lassen wollen – heute bekamen wir beide eine e-mail, dass unser bild, sprich unser kopf ueber einen der gigantischen bildschirme am Times Square gehuscht ist... ok. so was kommt ja oefter vor ;o)

Von Freitag bis Montag fahre ich mit meiner Gastfamilie nach Vermont. Die Schwestern von Olivia und deren Familie kommen auch mit – wird bestimmt lustig. Ich freue mich schon drauf, da es jetzt im herbst wohl auch besonders huebsch dort sein soll. Wir haben hier ja schon wunderbares sonniges herbswetter mit bunten blaettern und allem drum und dran.

Eine typische Herbstaktivitaet der Amis ist uebrigens “Pumpkin Picking” – sprich “Kuerbissammeln” =) Hoert sich komisch an, ist aber lustig. Letzten Samstag hat “Au Pair in America”, meine amerikanische Organistation, auf einem der Pumpkin Picking Feste ein Zelt gemietet und alle au pairs mit familie dorthin eingeladen.
Ich war mit Olivia und Ava, da die Jungs beim Camping waren, und wir hatten viel spass.
Man kann dort allerlei sachen machen – ponyreiten, kinderschminken usw. letztendlich ist das hauptevent, dass man sich auf einen grossen heuwagen setzt und von dort zum feld gefahren wird, wo man sich dann einen oder mehrer kuerbisse raussuchen kann.



Auch Himbeeren koenen geplueckt werden – im Herbst?!?! – und das Aepfelpluecken soll wohl auch sehr beliebt sein. Tja, selbst ist der ami! =)


so sieht er aus mein erster selbstgeernteter Kuerbis - nein nicht das schwarze, dass orange!


Ava mit ihrem etwas kleineren Modell

Viele Gruesse in die schoene Heimat
sendet euch eure Jule aus DER bunten und verrueckten Stadt




ps.:
Ich schaue mir jetzt immer mal die tagesschau online an, denn ausser den wahlen und der finanzkrise kommt hier ja nichts in den nachrichten – kein wunder, wenn frau palin behauptet, die globale erwaermung ist nicht die schuld der menschheit, ist das restliche weltgeschehen nebensache...

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