Samstag, 18. Oktober 2008

herbstliche gruesse nach deutschland

hallo meine lieben!

Am wochenende (10.-12.10.) rief uns der berg und so machten wir – Olivia, ihre kinder, ihr vater, ihre schwestern mit kindern (sprich wieder alle 9 cousins vereint) und ich – uns auf den weg nach manchester, vermont.

Nach 3 ¼ Stunde fahrt von summit bis manchester (durch den staat new york) kamen wir freitags auf dem grundstueck meiner gastfamilie an. Das haus plus wald gehoert olivias dad und ist gross genug um ganz Wittgensdorf zu beherbegen^^.
das Haus
Neben zahlreichen schlaf- und badezimmern gibt es eine grosse kueche, ein tolles wohnzimmer mit klavier^^ und einen “indoor pool” – sprich ein schwimmbecken (welches im bild das gebaeude ganz rechts ist).
Niedlich finde ich die Idee von Olivias Mutter, die nun schon verstorben ist - sie hat fuer jedes ihrer Enkelkinder im Wald einen Wegweiser aufstellen lassen und so gibt es nun "Lucas Lane", "Sabrinas Street", Avas Arcade" usw.
=)
Olivia und Elli bringen immer ihre Hunde mit nach Vermont, weil sie dort so viel platz zum herumrennen haben, was sie sichtlich genossen.

Lucy...
...and stoney happy in Vermont =)

Aber wie den Hund dort hinbekommen? Eigentlich war fuer Lucy, unseren Hund, ein Stueck Kofferraum vorgesehen... sie entschied sich aber dafuer, sich zwischen Ava und Andrew zu legen und erstaunlicherweise verhielt sie sich super ruhig! Wer weiss, wie viel baldriantee man ihr zuvor eingefloesst hatte...
Wir hatten wundervolles herbstwetter und ich konnte mich an den bunt getupften bergen gar nicht sattsehen! Indian Summer laesst gruessen (stimmts papa^^).
Ist das nicht traumhauft?

Mein Samstag ging sehr gut los... nachdem mich meine Innereuhr gegn um 6 geweckt hatte und ich beschloss dem “bathroom” einen besuch abzustatten, musste ich feststellen, dass meine tuer nicht mehr zu oeffnen ging. Da es mir im Haus zu kalt war, hatte ich meine Heizung aufgedreht, woraufhin sich die tuer ausdehnte und mir eine flucht unmoeglich machte. Was tun? Aus dem Fenster konnte ich nicht klettern, weil da so komische Fliegengitter davor waren, die ich ja nicht zerstoeren konnte und mich wiederhinlegen konnte ich auf grund meiner stark gefuellten blasen auch nicht mehr *ups*. Erst versuchte ich es noch mit verzweifelten klopfen an meiner tuer und hoffte, jemand der fruehaufsteher wuerde mich hoeren – aber das waere ja zu einfach gewesen. Also rief ich olivia auf ihrem handy an, die dann auch runter kam und die tuer wiezuerwarten auch nicht aufbekam, aber dann mit hilfe ihres schwagers mich retten konnte... ja lacht ruhig, ich habs ja auch gemacht =)
Danach nutzte ich die gelegenheit im ort ein bisschen einkaufen zu gehen. “outlets”, laeden, in denen ueberproduktionen ect. verkauft werden und “columbus day sale” verteilen schnell das gewicht von einkaufsbeutel und portmonnaie neu.
Wahlkampange an der strasse... auf dem Schild ganz rechts steht uebrigens "women for Obama" was ich irgendwie lustig fand =)

Am sonntag gingen olivia, die ganze kinderschar und ich erst fuers abendbrot einkaufen und dann mittagessen. Nun koennt ihr euch natuerlich vorstellen, wie die leute gucken, wenn sie 2 frauen mit 9 kindern sehen... nicht selten stand jemand da und hat erst einmal gezaehlt, worauf er ein “nine” von mir zu hoeren bekam...
Aber schliesslich hat mich der doofe tankwart in summit vor kurzem auch erst wieder gefragt, ob Ava meine tochter ist und bekam darauf ein “ja alle drei” zu hoeren.

Nachmittags rief der berg dann so laut, dass ich nicht mehr weghoeren konnte und ein paar stunden spazieren ging und die ruhe genoss ;o)
erst konnte ich nicht viel von der umgebung sehen
aber dann war ich total geplaettet von dem tollen Ausblick...
berglein spiegel dich...

Im uebrigen habe ich auf der 5 stuendigen rueckfahrt am sonntag abend (aufgehalten durch diverse staus) wieder so einiges mehr ueber die amerikaner erfahren, z.b. muss man die faecher physik, chemie und bio nur ein jahr belegen und kann sich danach fuer eines entscheiden, in dem man den fortgeschrittenen kurs belegen will. Demzufolge wurde ich komisch angeguckt, als ich verkuendete, mich 7 jahre lang manchmal mehr manchmal weniger durch physik gequaelt zu haben. Als ich dann auch noch sagte, dass mir biologie von diesen 3 faechern wohl am meisten spass macht, meinte olivia, dass sie das nicht verstehen koennte, sie haette sich damals gegen bio entschieden, weil sie keine lust hatte katzen zu seziren... ach in amerika werden katzen in bio seziert? Billig, wir sezieren elephanten... oder so aehnlich.

Der rest der woche verlief dann so ziemlich normal. Ich beschloss meine Moebel ein bisschen zu verruecken und umzuraeumen und fuehle mich jetzt gleich viel wohler.
Jetzt ist erstmal Wochenende und ich freue mich auf meinen freien Nachmittag an dem ich um 5 zum Kaffee bei einer schweizer Familie, die ich hier kennengelernt habe und die vor ein paar Monaten nach Summit gezogen sind, eingeladen bin. Darauf freue ich mich schon sehr, denn auch wenn es bei mir zuhause in deutschland eigentlich so gut wie nie kaffeetrinken gibt, ist es doch etwas typisches fuer unsere breitengrade... denn hier macht das normalerweise keiner, weder zur hochzeit noch zum geburtstag – kuchen gibts immer nach dem dinner.

Am sonntag kommt mich dann laura, die ja ihre familie gewechselt hatte, besuchen und wir gehen mit sarah ins kino.

Ich wuensche euch allen ein tolles Wochenende
Eure Jule <3
Ps.: das bild wollte ich schon lange nachrreichen... der erste schultag von der schule der jungs und da wird immer gepost, damit man vergleichen kann, wie gross die kinder geworden sind; eine niedliche idee =) und naechstes jahr koennen wir dann sehen, ob ich groesser geworden bin ;o)

Mittwoch, 8. Oktober 2008

you know you are an au pair when...

hallo ihrs!

Wieder mal ein neuer blog...
Langsam stellt sich hier fuer mich der Alltag ein und ich habe gerade eben mit mehr oder weniger erschrecken festgestellt, dass fuer mich schon der 3. Monat angebrochen ist, d.h. es geht auf das Ende des ersten viertel Jahres zu... mann, mann, mann.

Ich dachte ich schildere euch mal eine typische Woche:

MONTAG – ich stehe 6:15 auf und 7:00 in der Kueche, um den Fruehstueckstisch zu decken ...und nicht die Vitamine vergessen ;o)
Dann heisst es Kinder antreiben, damit wir es schaffen, die Schuessel Cornflakes bis 7:45 geleert zu haben (ihr findet, in einer halben stunde sollte das ja wohl zu schaffen sein?! Ha, habt ihr ne ahnung!!!), um uns auf den Weg in die Schule machen zu koennen. In die Schule laufen wir ca. 15min
- ein einziges mal habe ich sie frueh mit dem “scooter” fahren lassen und das Ergebnis waren 2 blutige Knie, schreiende Kinder und kritischer Blicke der Eltern der anderen Kinder... NIE WIEDER! Danke der Nachfrage – ansonsten komme ich ganz gut zurecht =)
Auf dem Weg muss ich mit den Jungs “spelling words” ueben, d.h. sie muessen mir woerter, die auf karteikarten stehen und die ich sie abfrage, buchstabieren.
Danach laufe ich mit Ava von der Schule zurueck und nach 10minuetigem stopp at home, fahre ich sie dann in ihre schule im nachbarort (Preschool kommt hier vor dem Kindergarten... warum auch immer).
Nachdem ich vormittags 2 Stunden (von 7-9) gearbeitet habe, fahre ich gleich von Avas Schule weiter zu meinem Gesangsunterricht von dem ich ca. 11:45 wieder zuhause bin. Das ist die Zeit in der “normale Au Pairs” sich wieder ins Bett legen – nur mal so am rande ;o)
Um 2:15 muss ich das Haus verlassen, um Ava wieder von der Schule abzuholen. Ich fahre gleich ohne Zwischenstopp in die Oak Knoll School und stelle mich in der langen Reihe von warteten Autos an. (Hier ist das alles sehr sehr organisiert, soll heissen, man stellt sich mit dem auto in einer schlange an, kommt dann an eine stelle, an der eine lehrerin mit fluestertuete steht, sie weiss, welches kind man abholt da man ein Schild mit dem Nachnamen gut sichtbar an der autoscheibe anbringen muss und kraeht dann den namen herueber zu den wartetenden kindern, die mir anschliessend ins auto gesetzt werden).
Natuerlich sind die Kinder am verhungern (“I am starving!!!!!!!!!!”) und ich, natuerlich top vorbereitet, muss mich dann wieder raus auf die strasse finden, nebenbei aufpassen, nicht an einen anderen Zweitonner zu stossen, schreiende Kinder mit Essen versorgen und sofort anfangen alle auszufragen, wie der Schultag war und was sie gemacht haben... uf.
Dann muss ich kraeftig aufs Gas treten, so dass wir 3:45 umgezogen beim Ballet erscheinen koennen. Dort wird Ava in einen Raum gefuehrt durch dessen kleines Fenster in der Tuer man moeglichs nicht hereinschauen soll (die kleinen Taenzerinnen wuerden ja sonst abgelenkt). Nachdem ich mir dort eine dreiviertel Stunde die Zeit vertrieben und mit den Jungs im “Wartezimmer” die Hausaufgaben gemacht habe, gehts nach hause, wo ich dann Klavier mit Drew und Austin uebe und das Abendbrot vorbereite (Amerikaner essen abends warm!). Olivia kommt ca. 6:15 von der Arbeit – dann bin ich “off” wie es in der Au Pair Sprache heisst. Um 7 muss ich aber auch schon wieder losfahren, da ich 7:30-9:30 Chor im College of Saint Elizabeth habe. Darauf freue ich mich schon immer besonders – Amerikaner, die sich durch lateinische Weihnachtsmessen quaelen und obendrein noch im Durchschnitt 100 sind...
Ein anstregender Tag geht zu ende.

Mein DIENSTAG – sieht genau so aus, nur dass ich vormittags von 9:30-10:45 meinen Grammatikkurs im College habe und Nachmittags mit den Jungs zum schwimmen ins YMCA muss.

Am MITTWOCH – 9:30 habe ich Klavier und muss Ava schon um 1 von der Schule abholen, da sie ihren Schwimmkurs 1:30 im YMCA – oder wie die Amis sagen: im “Y” – hat. Abends um 5 haben dann die Jungs Klavierunterricht (bei dem gleichen Lehrer wie ich, der zu uns nach hause kommt).

DONNERSTAGs – habe ich vormittags ausnahmsweise mal keine Aktivitaet, treffe mich daher oft mit meiner Au Pair Freundin Sarah (aus Deutschland^^) und muss die Jungs gleich nach der Schule zum Baseball fahren, wo sie jeder mit eigenem Coach werfen, fangen und was weiss ich was ueben und ich Ava beschaeftigen muss und wenn ich glueck habe, ein bisschen lesen kann.

FREITAG – vormittags habe ich meistens frei, da olivia an diesem tag meist von zu hause aus arbeitet, muss aber von 9:30-10:45 wieder zu meinem Grammatikkurs; von Nachmittags an muss ich dann meistens bis 11pm arbeiten

SAMSTAG oder SONNTAG habe ich frei und den anderen Tag muss ich halbtags arbeiten.

So sieht also eine typische woche aus.

Am letzten Wochenende war ich mit Sarah mal wieder in NYC; diesmal stand der Grand Central Terminal auf dem Programm.



keine Ahnung, warum das so lustig war...^^


das ist Sarah - sie wohnt gleich bei mir um die Ecke, ihre Gastmutter ist Deutsche und wir verbringen unsere Freizeit haeufig gemeinsam

Ausserdem waren wir im Hardrock Cafe und in SoHo.





die Gitarrenwand, bestehend aus ueber 300 Gitarren...


Elvis' Gitarre und Konzertanzug - natuerlich gibt es allemoeglichen Gitarren und Outfits zu bestaunen, von Gwen Stefani ueber die Beatles bishin zu Linkin Park, aber aufgrund des spiegelnden Glases, waeren Bilder relativ sinnlos gewesen...


ein typisches SoHo-Bild


(Zitat aus meinem tollen Reisefuehrer:)
"Richard Haas, Schoepfer zahlreicher Wandgemaelde, verwandelte eine kahle Mauer in eine taeuschend echte Gusseisen-Fassade."
(SoHo ist fuer seine Gusseisen-Architektur beruehmt)


Und am Times Square wurden wir von Microsoft angequatscht, ob wir nicht ein bild von unserem gesicht fuer ihre werbekampange machen lassen wollen – heute bekamen wir beide eine e-mail, dass unser bild, sprich unser kopf ueber einen der gigantischen bildschirme am Times Square gehuscht ist... ok. so was kommt ja oefter vor ;o)

Von Freitag bis Montag fahre ich mit meiner Gastfamilie nach Vermont. Die Schwestern von Olivia und deren Familie kommen auch mit – wird bestimmt lustig. Ich freue mich schon drauf, da es jetzt im herbst wohl auch besonders huebsch dort sein soll. Wir haben hier ja schon wunderbares sonniges herbswetter mit bunten blaettern und allem drum und dran.

Eine typische Herbstaktivitaet der Amis ist uebrigens “Pumpkin Picking” – sprich “Kuerbissammeln” =) Hoert sich komisch an, ist aber lustig. Letzten Samstag hat “Au Pair in America”, meine amerikanische Organistation, auf einem der Pumpkin Picking Feste ein Zelt gemietet und alle au pairs mit familie dorthin eingeladen.
Ich war mit Olivia und Ava, da die Jungs beim Camping waren, und wir hatten viel spass.
Man kann dort allerlei sachen machen – ponyreiten, kinderschminken usw. letztendlich ist das hauptevent, dass man sich auf einen grossen heuwagen setzt und von dort zum feld gefahren wird, wo man sich dann einen oder mehrer kuerbisse raussuchen kann.



Auch Himbeeren koenen geplueckt werden – im Herbst?!?! – und das Aepfelpluecken soll wohl auch sehr beliebt sein. Tja, selbst ist der ami! =)


so sieht er aus mein erster selbstgeernteter Kuerbis - nein nicht das schwarze, dass orange!


Ava mit ihrem etwas kleineren Modell

Viele Gruesse in die schoene Heimat
sendet euch eure Jule aus DER bunten und verrueckten Stadt




ps.:
Ich schaue mir jetzt immer mal die tagesschau online an, denn ausser den wahlen und der finanzkrise kommt hier ja nichts in den nachrichten – kein wunder, wenn frau palin behauptet, die globale erwaermung ist nicht die schuld der menschheit, ist das restliche weltgeschehen nebensache...