Mittwoch, 19. November 2008

Boston tea party

Hallo meine Lieben!
Es tut mir sehr leid, dass ich immer noch Probleme mit meiner blog Darstellung habe, es verschiebt sich einfach alles und ich konnte bis jetzt noch niemanden finden, der dieses Problem beheben kann!
Zuerst einmal an Susi Fischer und alle anderen, die sich ueber das Bild des letzen Blogs gewundert haben... man mag es nicht glauben, aber ja, das bin wirklich ich auf der Leinwand am Times Square. Microsoft hat mir eine mail geschickt und da war dieses Bild angehangen, da ich ja zu der Zeit, als mein Bild ueber die Leinwand flimmerte, nicht dort war. Sachen gibts...
Aber genug davon... denn der eigentlich Bloggrund ist mein Besuch in Boston.

Freunde meiner Eltern (die ich hiermit herzlich gruesse^^) haben wiederum Freunde in Boston (das sind dann sozusagen meine Freundesfreunde... oder die meiner Eltern?! naja egal) und stellten fuer mich einen Kontakt her, damit ich eine Uebernachtungsmoeglichkeit, fuer die Zeit in der ich mir die Hauptstadt Massachusetts anschaue, habe.

Am Sonntag vor 2 Wochen (Sonntags bekomme ich immer meinen neuen Arbeitsplan) erfuhr ich also, dass ich am Wochenende nicht arbeiten muss und machte mich daher gleich daran, Andrew (noch ein Andrew...^^), dem Sohn der Freundesfreunde^^, eine Nachricht zu schreiben und ihn zu fragen, ob ich wohl ganz spotan in 4 Tagen vorbeigeschneit kommen koennte. Wie passend, bei den Temperaturen.
Nach der Zusage hiess es dann, eine Busverbindung im Internet raussuchen und einen Platz buchen. Gesagt, getan.
Es gibt einige sehr guenstige Busanbieter, die von Chinatown, NYC nach Chinatown, Boston fahren (15$) und da ich Chinatown ja so liebe^^, machte ich mich am Freitag, nachdem ich 2 Stunden gearbeitet, 1 1/4 Stunde in der Schule gesessen, eine halbe Stunde mit dem Auto gefahren, geschaetzte 10 min Sachen gepackt und 1 1/2 Stunden Waesche gewaschen hatte, auf nach Manhattan.
Das mit der Waesche stellte sich allerdings als etwas schwierig raus, da ich ca. 1 1/2 Stunden Zeit aber 2 Ladungen Waesche hatte (wobei die Waschmaschiene ca. 40 min braucht und der Trockner auch noch einmal 20 min)... das macht die Sache fuer Menschen ohne Zeitmaschiene etwas schwierig, aber da man ja als Abiturient mit Zeitmangel vertraut ist, gelang es mir doch noch irgendwie, puenktlich fertig zu werden.
Chinatown begruesste mich, als ich aus der Subway ausstieg, mit einem strengen Fischgeruch, lauter Chinesischer Musik, bunten, nicht zu verstehenden Schriftzeichen und viel Dreck. Und als "Nicht-Chinese" fuehlt man sich dort sowieso etwas verloren.








Den Bus fand ich ohne Probleme - und ein netter aelterer Mann (sicher, dem Alter nach zu urteilen, ein alter Freund des chinesischen Kaisers) mit mehr Zahnluecken als Haaren auf dem Kopf schrie mir schon von weiten entgegen: "You wanna go Boston?!"... Ja, das hatte er richtig erkannt.
Ich war zu zeitig, aber ich stellte mich schon mal in der Reihe der Wartenden an. Wobei wir uns die ganze Zeit "Watel, one dollal, watel one dollal, watel one dollal..." anhoeren mussten =)
Irgendwie hatte mein Chinesischer Freund gefallen an dem netten Deutschen Maedchen^^ gefunden und hielt nun jedes mal, wenn er an mir vorbeikam, kurz an und sagte: "Ah, my fliend - you wanna have watel?". Aber ich war bestens versorgt...
Der Bus war beladen mit Menschen aus aller Welt, so sassen z.B. 3 Maenner mit Turban etwas weiter vorne im Bus, dann noch jede Menge Chinesen, die wahrscheinlich eine "Chinatown-Rundfahrt" machten ;o) ein Mann, der Jay-Z etwas aehnelte und ein suesses rose Knaeuel (was uebrigens keinen Mucks von sich gab) im Arm hielt... und dazwischen ich.
Die Strecke von NYC nach Boston dauert normalerweise 4 Stunden - aber nicht an einem Freitag Nachmittag. Und so brauchten wir sage und schreibe 5 Stunden.
An der Southstation angekommen, wurde ich von Andrew und seinem Vater abgeholt. Was doch interessant war, da ich sie ja gar nicht kannte und auch nicht wusste, nach wem ich ausschau halten musste. Aber wir fanden uns ohne Probleme.












Ich hatte ganz schoen mit Halsschmerzen zu tun und mich daher ordentlich mit Tee eingedeckt - aber welches Heissgetraenk koennte besser in die Stadt der Tea Pary passen, als Tee, den ich mir nun einfloesste.
Am Samstag fuhren wir mit dem Auto nach Boston rein und besuchten vorher noch eine alte Schulfreundin Andrews, die an dem gleichen College studiert wie einst Hillary Clinton - ein Maedchencolleg. Kann mir eigentlich jemand mal verraten, warum es keine Jungscolleges gibt?!?!
Wie dem auch sei; trotz dass sie schon seit 3 Monaten dort studiert, hatten wir Muehe, wieder vom Campus zum Auto zu finden... diese Amis ;o)
Leider schuettete es, wie aus Giesskannen und nach 2 min am "Harbor" entlanglaufen, konnte man meine, natuerlich fuer Regenwetter bestens geeigneten, Chucks auswringen. Nicht so toll, wenn man eh schon Halsschmerzen hat.






















Die U-Bahn in Boston heisst uebrigends schlicht und ergreifend "T" und ist sehr viel saueberer und schoener als die New Yorker Subway. Sie brachte uns sicher zum Prudential Center, ein schnuckliges Einkaufscenter in dem sich auch der Ticketverkauf fuer die Bostoner "duck tour" befindet.














Die duck tour in NYC hatte ich ja schon gemacht und da ich gehoert hatte, dass Boston wohl die besten duck touren in den Staaten hat und ich mir ausserdem einen Ueberblick ueber die mir ansonsten eher unbekannte Stadt machen wollte, entschieden wir uns, trotz des Regenwetters, eine tour zu machen.
Doch zuerst einmal hatte ich Hunger und daher gingen wir in ein Fischrestaurant direkt im Prudential Center. Was dort geschah, ist mir in meinem ganzen Leben noch nicht passiert:
Man brachte mir mein Essen und ich hatte doch tatsaechlich wie in einem schlechten Witz ein Haar (nein nicht in der Suppe) auf dem Teller. Iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiih! Naja hilft ja nichts anderes, als sich beschweren. Daraufhin wurde mir mein Reis wieder unter der Nase weggezogen.
Danach kamen 3 Leute, die sich in aller Form bei mir entschuldigen wollten... der Manager kniete sich vor meinen Tisch und meinte dann, wenn er in der Zeit, in der ich auf mein neues Essen warte, was natuerlich aufs Haus geht, sonst nocht etwas fuer mich tun kann, solle ich ihn das wissen lassen.
Mann, mann, mann Leute, macht mal halblang. Das war ja dann schon wieder fast peinlich fuer mich. Naja, aber immerhin musste ich nix bezahlen =)
Als wir dann (es war schon um 4 Nachmittags) zum Ticketverkauf fuer die duck tour kamen, wurde uns gesagt, dass diese nur bis 3:30 durchgefuehrt werden... na toll.
Also entschlossen wir uns, nach Hause zu fahren. Auf der Fahrt redete ich kaum - Ruhe^^ -, denn jedes Reden und Schlucken tat so furchtbar weh, dass ich eh die Nase ganz schoen voll hatte.
Am Abend fuhren wir zu Freunden Andrews, die auf dem Campusgelaende der "University of Massachusetts" leben. Wobei zu sagen ist, dass - mal abgesehen von dem schlechten amerikanischen Dosenbier - kein grosser Unterschied zwischen den Amerikanischen Jugendlichen und den Deutschen zu finden ist... aber Bierpong habe ich trotzdem nicht mitgespielt, obwohl ich mir die ganze Zeit anhoeren musste, dass ich ja Deutsche waere und daher ja im grossen Vorteil..
Am Sonntag wollte ich dann unbedingt die duck tour machen und es stellte sich heraus, dass dies auch der wettermaessig wesentlich bessere Tag war.













die Ente zu Land













und zu Wasser







Das ist uebrigens mein Lieblingsbild aus Boston - Papa hatte also Recht was die Chinesischen Restaurants angeht =)
Zuerst wollte ich allerding mein Gepaeck an der Southstation einschliessen, aber mir wurde gesagt, dass "heute schon alles voll ist". AHA! Na klar, trag ich halt mein Gepaeck den ganzen Tag durch Boston. Und Andrew ging mit den Haenden in den Hosentaschen voraus. Super!
Auf jeden Fall kann ich dem zustimmen, dass die duck touren in Boston sehr gut sind - der Fahrer war sehr lustig und machte ueber alles und jeden einen Spass. Bloed nur fuer die eine Britische Touristin, auf die er es die ganze Zeit abgesehen hatte. Von wegen: "Soll sie sich jetzt eigentlich fuer die ungerechten Teesteuer bei uns entschuldigen?!" Sie nahm es mit Humor.
Auch das Paar aus Manhattan, die natuerlich eingefleischte New York Yankee Fans waren, lachten mit, als unser Busfahrer meinte, sie duerften, falls wir kentern, erst als letzte das Boot verlassen... tja, Boston ist halt die Red Sox Stadt.
Das Besondere einer duck tour ist ja, dass man sich mit dem "Bus" auch auf dem Wasser bewegen kann und so schipperten wir ein Stueck den Charles River entlang.

































das Stueck Mauer, was man auf der rechten Seite des Bildes sehen kann, ist uebrigens ein Stueck Berliner Mauer... die Amis ham Ideen o.O














und das habe ich eigens fuer Anne geknipst ;o)
und noch ein paar Boston Bilder:
die trojanische Kuh
Ich verabschiedete mich von Andrew und schlenderte noch etwas durch Boston... naja wie man halt mit Frauengepaeck fuer 3 Tage schlendern kann. Und machte mich dann auf Richtung Southstation. 4:30 fuhr mein Bus zurueck, sodass ich 8:30 in NYC zurueck war. Leider wollte keiner mit mir "Ein Hoch auf unsern Busfahrer" anstimmen und so trat ich meine Reise zurueck nach Summit an.
Anscheinend sehe ich nicht mehr so verwirrt, wie bei meinen ersten Malen im big apple aus und so kommt es mitlerweile sehr haeufig vor, dass ich nach dem Weg gefragt werde. Es dauerte nicht lange, bis sich 3 Inder an meine Fersen geheftet hatten und zur Pennstation mitgenommen werden wollten. Aber ich bin ja gar nicht so und nahm sie mit, obwohl sich dieses Indische Maedchen einbildete, den Weg besser als ich zu kennen... pah, da lach ich ja =)
Um 10 kam ich in Summit an und wurde von Sarah nach Hause gefahren.
Fazit: Ich hatte nicht die guenstigsten Voraussetzungen fuer einen top Aufenthalt in Boston, aber ich habe immerhin schon einmal einen Eindruck bekommen und schliesslich kann ich auch stolz auf mich sein von Summit nach Boston und wieder zurueck ganz alleine und ohne Probleme gekommen zu sein.
Am vorletzten Sonntag war ich in NYC um meine Weihnachtsgeschenke zu besorgen, die ich ja schon bald losschicken muss, wenn sie zu Weihnachten da sein sollen. Ueberall dudelt schon Weihnachtsmusik aus den Geschaeften und bald wird auch der Baum am Rockefeller center "erleuchtet" =)

































das war der schlechteste Saxophonspieler, den ich in meinem ganzen Leben gehoert habe... er war so schlecht, dass ich ihm einen quarter dollar geben musste, was ich sonst nie mache^^

















Ja ja, ich bin immer auf Achse und deswegen ging es von Donnerstag bis Sonntag nach Washington D.C. - davon schreibe ich in meinem naechsten blog!
Ich hoffe es geht euch allen gut und ihr habt keine Erkaeltung.
es gruesst euch herzlich eure Jule
Ps.: so sieht eine gluecklicke Jule aus, die gerade eben das phaenomenale Paket von ihren Eltern, Schwestern, Grosseltern, Onkel, Freunden usw. usw. bekommen hat! Das war der Hammer! Ihr seid so lieb, nun kann ich Weihnachten doch etwas gebuehrend feiern und der "Raeuchermah" raeuchert auch schon kraeftig mein Zimmer zu waehrend ich Erzgebirgische Weihnachtsmusik anhoere =)
Den Stollen schneide ich am ersten WE im Dezember an und die Plaetzchen von meiner Cousine sind schon weg ;o)
15 Kilo!!!!

Sonntag, 9. November 2008



Immer wieder Samstags =)


Gestern ging es mit Zug und Subway Richtung "upper east side"... die schicke Gegend NYCs in der auch das Metropolitan Museum of Art (kurz: Met - ja das kann ich mir schon vorstellen, dass dir die Abkuerzung gefaellt, Anne^^) zu finden ist.
Da meine Gastfamilie fuer dieses Mueseum eine Jahreskarte hat, kam ich kostenlos rein. Man fragte noch nicht einmal nach einem Ausweis und so ging ich als Olivia Penizotto durch dieses gigantische Gebaeude; Sarah im Schlepptau.

Doof war, dass wir erst 12:45 in die Stadt reinfahren konnten, da aus irgendwelchen Gruenden kein Zug zwischen 7 und 12 fuhr. Wir beeilten uns, damit wir also den 12:45 Transit nicht verpassen und waren somit viel zu zeitig am Bahnhof; Zeit genug, um sich bei Starbucks einen Kaffee zu kaufen.

Natuerlich hatte der Zug 20min Verspaetung und auch die Subway fuhr an diesem Tag wesentlich seltener. Noch dazu fuhr auf einmal die "D"-Subway auf der "A"- und "E"
-Linie, was uns doch etwas verwirrte und ueberhaupt schien an diesem Tag die Irrenanstalt Wandertag zu haben... wo man Hinschaute nur Verrueckte!

So kam es, dass wir erst um halb 3 das New Yorker Tageslicht erblickten.









Natuerlich schuettete es wie aus Eimern... aber da ja Museum auf dem Plan stand, war es diesmal nicht so schlimm.

Dabei fanden Sarah und ich noch heraus, dass man an der upper east side gerne irgendwelchen komischen Kohl als Wegbeflanzung verwendet... fuer den ders mag...^^






Gegenueber des Metropolitan fanden wir uebrigens das Goethe Institut.. jetzt soll mir noch ein Amerikaner kommen und sagen, er kenne Goethe nicht, dann schick ich ihn dort hin!







Hier seht ihr das Metropolitan in seiner Pracht... und natuerlich jede Menge Reisebusse davor.

Und so sieht das gute Stueck von Innen aus... erstaunlicherweise gab es aber keine Schlange vor dem Ticketschalter.


Als erstes ging es auf Wunsch einer einzelen Dame zu den alten Aegyptern.









Meine Kunstleherin waere stolz auf mich =)
und dabei habe ich doch Kunst schon nach der 10. abgewaehlt...





Danach schauten wir uns moderene Photographien an und merkwuerdigerweise gefielen mir immer genau die nicht, unter denen "German" stand.. ich glaube, die haben mich Absicht komische Bilder von Deutschen Kuenstlern genommen um selbst besser darzustellen.

Das Bild allerdings hat mir gut gefallen und ich dachte, das waere was fuer Anne =)


Als naechstes ging es zu den Herren Monet und van Gogh, die mir wesentlich mehr zusagten, als beispielsweise die Portaets alter, dicker Franzoesischer Damen... aber das ist Geschmackssache ;o)



Natuerlich wollte ich unbedingt die Musikinstrumentesammlung sehen und auch die Amerikanische Kunst haette mich interessiert (schliesslich hatten wir uns bis dahin fast nur Europaeische Gemaelde angeschaut), aber die nette Museumslady berichtete uns, dass diese beiden Teile des Gebaeudes zur Zeit nicht begehbar waeren und als ich sie fragte, wieso denn das der Fall waere bekam ich ein "What do you mean why is it not open?!" zu hoeren - ich frage mich immer noch, was an dieser Frage so schwer zu verstehen war...







Nach 3 Stunde Museumstour taten uns die Fuesse weh und wir entschieden uns dafuer, dem Times Square noch einen abendlichen Besuch abzustatten.









Da steht er, der alte Brotschelm, mitten in New York. Und wer die Geschichte mit Herrn Babeck, dem Brotschelm und mir nicht kennt, der fragt mal einen Kursteilnehmer des Grundkurses Geo3. =)






Limousinen sind zwar nichts mehr besonderes fuer mich... (zu mindeste das Sehen von Limousinen^^ fahren wuerde ich gerne mal in einer)
aber mit dem Plakat im Hintergrund fande ich das einfach passend... das ist mit Abstand die haesslichste Limousine, die ich je gesehen hab.






Hier extra noch ein Bild fuer euch vom schoenen Times Square, von dem ich uebrigens ein schwarz weiss Bild erworben habe, was jetzt in meinem Zimmer haengt.















Und zum Abschluss noch ein Bild von dem Theater, in dem ich letztes Wochenende Lion King angeschaut habe. Von oben hat man uebrigens einen guten Blick auf die grosse Leinwand, auf der mein Bild von der Microsoft Kampagne zu sehen war ;o)







- da steht "Jule from Germany 'I'm a PC' " - was ich im uebrigen vorher auch noch nicht wusste...











seid herzlich gegruesst und gedrueckt
eure Jule


"The grass is always greener on the other side"
Ps.: Entschuldigung, dass es zur Zeit alles so verschiebt, ich arbeite daran!

Dienstag, 4. November 2008

Hallo meine Lieben!

Heute moechte ich euch zuerst einmal etwas von Halloween berichten, ja hoert nicht gleich auf zu lesen, es ist anders als ihr euch das vielleicht vorstellt!



Halloween habe ich, wie ihr bestimmt auch, immer mit Gruseln verbunden, und wer mich kennt, weiss, dass ich nicht gerade ein Fan von Horrorfilmen, Geisterbahnen oder Aehnlichem bin. Dementsprechend gross war meine Vorfreude auf das Kommende. Doch alles sollte ganz anders werden.
(Hier eine Anmerkung... man sollte sich erst ueber etwas aufregen, wenn man auch wirklich darueber bescheid weiss; also lest brav weiter^^)
Schon Wochen vor dem 31. Oktober stapelte sich die Deko von Ratten, Spinnenweben und Fledermaeusen ueber “Nebelfluessigkeit” fuer die Nebelmaschiene bis hin zu elektronischen Figuren auf dem Tisch unseres Esszimmers... na das kann ja heiter werden, dachte ich mir.
Vor allem, als ich Bekanntschaft mit, wie ihn die Kinder tauften, Bob machte. Bob ist ein Kinderzombie, der auf dem Fussboden sitzt und einen immer direkt anschaut, egal auf welcher Seite man steht und beim Anschalten seinen Kopf dreht und merkwuerdige Laute von sich gibt – super, so etwas habe ich mir schon immer gewuenscht!
Aber zum Glueck war ich nicht die einzige, die Bob nicht sonderlich mochte, denn auch die Kinder trauten sich die naechsten 2 Wochen, da Bob in dem Zimmer neben der Toilette im 1. Stock naechtigte, nicht mehr dort aufs Klo...
Immer wieder wurde mir gesagt, ich solle ja nicht denken, alle Amerikaner wuerden so ein Riesenevent aus besagtem 31. Oktober machen, denn Olivia plante eine Pary fuer die Cup Scouts, was so was wie Pfadfinder sind und bei denen nahezu jeder amerikanischer Junge ist, so auch Austin und Andrew.
Und so kam es, dass sich unser Keller am 25. Oktober in ein “haunted house”, ein Spukhaus, verwandelte. Olivia hatte ihren Raumausstatter und dessen (wie klischeehaft) Freund plus ihre beste Freundin engagiert, um den 6 bzw. 8 Jaehrigen Angst einzujagen. Ich haette mich ja am liebsten davor gedrueckt, aber wann erlebt man das schon nochmal und so nahm ich sogar eine Akteurrolle als weinendes Maedchen ein – ja das kann ich gut =)
Die Kids kamen mit ihrem vorgeschriebenem Elternteil und machten erst einmal ein paar Wettspiele gegen die Erwachsenen (naja Anne ich muss sagen, dass wir das Mumien-Klopapier-Spiel damals besser hinbekommen haben...^^). Nachdem Olivias Freunde und ich unsere Plaetze eingenommen hatten, fuehrte Olivia jeweils 1-3 Kinder durch den Keller, der wirklich gruslig geschmueckt worden war. Dennis, Olivias Raumausstatter und sein Freund schmissen sich ordentlich ins Zeug (mit ihren Wunden und dem Blut im Gesicht sahen sie aber auch gruslig aus) und auch ich bekam immer wieder zuhoeren, wie gut ich doch geschauspielert habe (geschauspielert?!!^^). Mit wild hochtoupierten Haaren, auf dem Boden sitzend und hysterisch heulend, machte so manches Kind vor mir kehrt und Austin, wollte seiner Mutter absolut nicht glauben, dass dieses Maechen ich war. Anthonys Kommentar zu der ganzen Sache: “Wenns mit dem Babysitten nicht mehr klappt, kannst du ja als Schauspielerin anfangen...” alles klar.
Danach gab es fuer die Kids eine Zaubervorstellung von einem Cup Scout Vater und zum Schluss noch eine gruslige Geschichte. Den Kindern hat es super gefallen, wenn auch der ein oder andere Junge, der gerade eben noch super mutig war, reisaus vor uns nahm... ;o)
Gegruselt habe ich mich im Endeffekt nicht und Bob sah im Dunklen auch freundlicher aus, als wenn er mich vom Esszimmer aus beim Fernsehen beobachtet hat..
Am Freitag, dem eigentlich Halloweentag, machten Sarah, die uebrigens als Hexe ging und eine gefakte Hexennase hatte und deren Maechen Pascale auf Grund dessen nicht in ihrer Naehe sein wollte..., Leonie, ein anderes Au Pair, und ich uns auf den Weg zu der beruehmten Halloweenparade in downton New York City.


juhu... sie kann mit der Zunge ihre Nase beruehren

Olivia hatte uns schon vorgewarnt, dass das eine totale “Freakshow” sei, aber dass man das mal gesehen haben muss. Und damit nimmt sie mir die Worte aus dem Mund.
Wir standen an der Strasse und sahen uns die grosse Parade an. Dabei gab es wirklich jedes erdenkliche Kostuem: Obama gruesste und erinnerte uns an die Wahlen, alte Griechen laechelten uns an, Shrek war mit von der Partie, Frauen in etwas zu kurz geratenen Dirndln zeigten Bein und auch Sarah Palin war sehr beliebt (am liebsten mit Schildern wie “Die Globaleerwaermung ist nicht die Schuld der Menschheit” oder mit “Miss Alaska” Scherpen).

Hier ersteinmal meine Lieblingsbilder =)

Superman auf dem Weg die Welt zu retten - oder vielleicht ersteinmal sein eigenes Leben, denn bei rot ueber eine New Yorker Strassen zu gehen, ist nich ganz ungefaehrlich...

ja auch dieser Superman freute sich, fuer mich posieren zu koennen =)
da habe ich einen Vampir an der Pennstation entdeckt; er hatte zwar gerade seine Zaehne rausgenommen, aber setzte sie fuer mich und mein Foto gerne noch einmal ein^^

die beiden sahen super aus
der eher nicht so

dieses Model wiederum strotzte vor Selbstbewusstsein (eben typisch Amerikaner^^)

und ueber den konnte ich mich totlachen... in seinem Alufoliekostuem (uebrigens von dem Herrn dahinter kreiert) konnte er sich naemich nicht hinsetzen und musste somit seinen Burger bei MC Donalds im Stehen verspeisen =)

Gozilla hatte etwas zu viel pinke Limonade getrunken

Dirndl waren DER Hit ;o)

jetzt haette ich beinahe Tinkerbell vergessen.... =)

die Parade wurde auch als Plattform fuer Kritik genutzt

irgendwie ein cooles Bild =)

Amy Winhouse gerade einmal nicht auf Drogen

Shrek und Prinzessin Fiona

und ja... ich gebs ja zu, der hat mir ein bisschen Angst eingejagt, darum der gequaelte Gesichtsausdruck, aber fuer euch mach ich ja alles

Natuerlich gab es auch gruslige Typen und man kann sich nie so sicher sein, wer hinter einer Maske steckt und ob er das nun aus Spass macht oder doch etwas “psycho” ist.
So rannte ein Mann mit Kettensaege (allerdings ohne Saegeblatt) sehr nah am Publikum vorbei und allein von dem Geruch und dem Geraeusch wurde mir ganz schlecht... aber wie gesagt, es gibt einige Spinner, aber die gibt es auf der ganzen Welt, der Rest sieht Halloween als Karneval und hat einfach Spass daran sich zu verkleiden.

Immer wieder liefen uns Deutsche ueber den Weg und es war eine tolle Stimmung. Im Uebrigen sah man haeufig Leute aus Flaschen, die in braune Papierbeutel gesteckt worden waren, trinken... lang lebe die Amerikanische Freiheit, unter der Bier getarnt werden muss =)


die beiden mussten anscheinend ihren Alkohol nicht verstecken, sie haette eh keiner erkannt
Mein Fazit: Halloween ist keine Amerikanische Religion, von der man irgendetwas befuerchten muss, denn bis auf die uebliche Anzahl von Spinnern, ist dies einfach der Amerikanische Karneval - Helau! Ich muss dies naechstes Jahr nicht wiedermachen, habe aber auch nicht darunter gelitten, Vampierzaehne getragen zu haben ;o)
Am Sonntag war dann der grosse Tag gekommen, an dem ich zu meiner ersten Broadwayshow ging. Zwar war nicht mein Favorit “Mama Mia” gewaehlt worden, da all die anderen Au Pairs “Lion King” anschauen wollten, aber ich dachte mir, Broadway ist Broadway (zumal ich nur die haelfte des Preises [$61!!!] zahlen musste [und AIFS den Rest]) und freute mich darauf.
Mittags stieg aber ersteinmal Ava's Vorgeburtstagsfeier (ja... Amerikaner feiern vor...) welche das ganze Haus in PINK verwandelte.

Klitzer und Glitter, wo man nur hinschaute; Prinzessinenkronen und Disneymusik.. und dann kamen die ersten Maedchen. Es war ein Geschnatter und Gegiggel wie im Film (oder auf meinen Kindergeburtstagsfeiern^^) und nach ein paar Spielen und wuerdigem Prinzessinnenkleid Aussuchen, ging es ans Tee trinken und cupcake essen.



Um 12 schlich ich mich von der Pary davon und schluepfte in mein Abiballkleid, denn der NJ-Transit wartete schon auf mich.
Also ich kann euch sagen... die Chemnitzer Oper ist nicht viel kleiner als dieses Theater – dafuer voellig ausverkauft und vollgepackt mit kleinen Kindern, die mit ihrem Loewengebruell das ganze Theater unterhielten. Ha, ist das lustig. Ich waere nach dem 3.x mit dem Bengel rausgegangen, aber so lachte das Publikum noch ein bisschen weiter, ueber den kleinen Goldschatz, der auf jeden Satz Simbas mit einem “wuaaaaaaaaaah” antwortete.
In der Pause ging ich, traditionsbewusst, wie ich es schon immer mit meiner Mama gemacht habe, zum “Orchestergraben”. Worauf ich “Wo ist denn der?” von einem der Au Pairs gefragt wurde... keinen Kommentar.
Naja Orchester kann man das ja nun wirklich nicht nennen, eine Geige, zwei E-Baesse, eine Querfloete, ein gigantisches Marimbaphon (was ich total toll fande!), mehrere Trommeln und ansonsten? jede Menge Keyboards... na toll! Leider war ich auch von den Stimmen der Saenger nicht sonderlich begeistert und die Lieder, die extra fuer das Musical dazukomponiert wurden (zu den Originalen) fande ich groesstenteils langweilig; so mein kritisches Urteil ueber seine Majestaet, den Koenig der Loewen. Nichtsdestotrotz waren meine Sitznachbaren zu Traenen geruehrt und hatten allesamt “goosebumps” (Gaensehaut)... ich schaetze, ich bin da nicht so schnell zufrieden zu stellen =) werde mir aber noch andere Sachen anschauen und sicherlich etwas finden, was mir besser gefaellt.
Heute ist Election Day... ihr seht, ein Ereignis folgt dem naechsten!
Die Kinder und ich gingen mit Olivia in die oertliche Lincoln Schule, in deren Turnhalle uns eine Schar Wahlhelfer erwartete. Olivia unterschrieb, dagewesen zu sein und dann quetschten wir uns zu 5. In eine Kabine. Im Uebrigen wurde ich auch von dem freundlichen Hernn nach meinem Namen gefragt; der Gute dachte, ich wuerde auch waehlen. Als ich ihm sagte, dass es mir nicht erlaubt waere, meinte er “Na dann bis in ein paar Jahren.” und schaute nicht schlecht, als ich ihm sagte, dass ich ja gar kein U.S. Buerger bin... so nach dem Motto: was machst du denn dann hier?!
Olivia musste neben dem Praesidenten auch fuer den Senat, fuer das house of representatives und fuer so etwas wie den Landrat “voten”. Und so durfte jedes der Kinder und ich einen Knopf druecken (in New Jersey wird per Knopfdruck gewaehlt... aber das ist in jedem Staat anders!). Anschliessend durfte ich den finalen Knopf “Stimmen abgeben” druecken. HA! Wer kann das schon von sich behaupten, wirklich fuer Obama gewaehlt zu haben =)
Danach ging es Abendbrotesse und seit dem sitzen sie alle gebannt vor dem Fernseher – wie wahrscheinlich ganz Amerika – und warten auf die Ergebnisse, die allerdings schon auf Grund der verschiedenen Zeitzonen noch etwas auf sich warten lassen koennen.
In diesem Sinne
wir koennen gespannt sein
Vielen Dank fuer die Aufmerksamkeit =)

es gruesst euch
eure Jule
Ps.: um euch einen Eindruck von den Menschenmassen in NYC zu Halloween zu vermitteln:

(Sarah sagt zum Schluss "Ich hab meine Nase verloren"... nur damit ihr wisst, wieso ich so lache^^)